Villa Perlet, später Villa Leifer und Villa Helene & Villa Stock

Archiv Foto Bodenstein
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Aufnahme März 2012, Brunnenweg 4
Aufnahme März 2012, Brunnenweg 4

Maler & Tüncher Georg Perlet erbaute dieses charaktervolle Gebäude im Schweizer-Stil ( siehe  oberes und untere Fotos ).
Nach seinem Sohn Julius übernahm Uhrmacher Leifer die Immobilie. Dessen Frau war eine geborene Perlet.
Infolge der Heirat von Tüncher Carl Roth mit der Witwe von Julius Perlet ging die Pension in den Roth'schen Besitz über. Seinerzeit hatte die Pension 15 Zimmer mit insgesamt 25 Betten !
Die Töchter von Carl, Frau Frieda Hölzer, die Mutter von Helmut Hölzer   http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p9313a7a91e51ebe6/  und Frau Helene Schwarz,  führten unter dem Namen  " Pension  Helene "  die Unterbringung für Kurgäste weiter.
Frau Schwarz hat das Haus später an das Gesundheitswesen verkauft und es diente als Schwesterninternat der Medizinischen Fachschule
http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p5581d99e7363b133/ 
und bleibt den Liebensteinern  als "Villa Stock" in Erinnerung. ( Frau Stock war Internatsleiterin !) 

Archiv Günter Schwesinger
Archiv Günter Schwesinger

Frau Reum, die Mutter vom Sänger Reiner Reum, ergänzt:
Während ihrer 2 1/2järigen Lehrzeit von 1943 bis 1945 hatte sie in der Helene als Kochlehrling gearbeitet und auch dort geschlafen. Denn um 4.00 Uhr mussten die Öfen angeheizt werden, das auch zu ihren Aufgaben gehörte. Die zwei kleinen Gaskocher hätten zur Essensbereitung für zum Teil 120 Essensgäste nicht ausgereicht. Der Pensionsbetrieb wurde auch in der Kriegszeit weitergeführt. Die Berufsschule war in den Räumen unterm Dach der Volksschule eingerichtet. Dort unterrichtete Frau Hübner.
Das Haus Helene leiteten gemeinsam die beiden Töchter von Carl Roth, Helene Schwarz und Frieda Hölzer.
1944, mit der zunehmenden Bombardierung der Anlagen in  Peenemünde, hatte Helmut Hölzer mit seiner Familie die Heeresversuchsanstalt verlassen müssen. Er traf eines morgens um 10.00 Uhr  mit Frau Anni und Söhnchen Hartmut in der Helene ein. Die kleine Familie war schwer von der problemreichen Reise von Usedom nach Liebenstein gezeichnet. Allerdings war Helmut Hölzer nur kurz zu Hause, er verließ den Ort bald wieder in Richtung Peenemünde, um seine Forschungseinrichtung ins Forsthaus von Pudagla zu bringen und damit zu sichern. Er ging ja dann nach Amerika. Seine Frau Anni sollte ihm folgen, sie hatte aber die Entscheidung gefällt, hier in Deutschland zu bleiben. Eventuell ahnend, dass Helmut ein anderes Verhältnis hatte - nämlich mit der Förster-Tochter von Pudagla, die ja dann die zweite Frau von ihm werden sollte..
Der Mann von Helene Schwarz war Teilhaber bei Billmann & Teunissen  http://www.heimatfreundebali.de/heimatgeschichte/firmen/billmann-theunissen/ . Er war Mitglied der Liebensteiner Freimaurerloge, die sich im "Schwarzen Zimmer" von Hotel Charlotte traf. Ihm wurde zwei mal von den Mitgliedern der Loge aus misslicher finanzieller Lage geholfen, zu einem dritten Mal kam es nicht - er hatte sich vermutlich schon in den 1930er Jahren infolge großer Geldsorgen erschossen.  

Ansichtskarte im Verlag Max Reich erschienen - nicht gelaufen
Ansichtskarte im Verlag Max Reich erschienen - nicht gelaufen
Archiv W.Malek
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Brunnenweg 4 - Archiv W.Malek
Brunnenweg 4 - Archiv W.Malek