Stadthalle Bad Liebenstein, vorher (Kreis)kulturhaus

Abriss Mai 2017
Abriss Mai 2017

Die Abrissarbeiten sind in vollem Gange.
In diesem Zusammenhang melden sich in den sogenannten "sozialen Netzwerken" Bürger, die hasserfüllt die jetzigen Amtsträger angreifen. Das macht fassungslos und unglaublich traurig. Die verbale Form, in der die Attacken gehalten sind, ist unfassbar.
Desweiteren stand ja im Artikel der STZ vom 27.04.2011 eindeutig, dass im April 2011 der Abriss festgeschrieben wurde und das war weit vor der Amtszeit der heutigen Verantwortungsträger. 
Außerdem unternahm insbesondere der Surborner Carnevals Club seit Ende der 1990er verzweifelte Versuche, jedes Jahr erneut überhaupt die Stadthalle nutzen zu können. Immer häufiger gab es fadenscheinige Forderungen der damaligen Stadtverwaltung hinsichtlich der Durchführung der jährlichen Kampagnen. 
Außerdem war für jeden Besucher damals schon offensichtlich, dass die Bedingungen im ehemaligen Kreiskulturhaus immer schwieriger wurden. Sich hebendes Parkett im ganzen Saal, Wannen zur Aufnahme des Tropfwassers an verschiedenen Orten u.s.w. machten das Dilemma deutlich.
Hilferufe des SCC hatten so gut wie keine Resonanz. Zu diesem Zeitpunkt wäre es noch sinnvoll gewesen, eine Stadthallenrettung ins Auge zu fassen.

Abriss Stadthalle 31.03.2017 - Foto W. Malek
Abriss Stadthalle 31.03.2017 - Foto W. Malek

STZ vom 27.04.2011

Beschluss zum Abriss der Stadthalle gefa
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Archiv Peter Fuhrmann
Archiv Peter Fuhrmann

1976 begann die Planung und 1979 wurde mit dem Bau der Stadthalle begonnen. Dazu wurden insbesondere im Bereich der Immobilie Fuhrmann etliche Gebäude abgerissen und ungefähr zwei Drittel der Grundstücksfläche zum Stadthallenbau " abgezweigt ", ähnliches trifft auf die Familie Annacker zu ( Ruhlaerstr. 6-8 ).
Das Foto ist von der Herzog-Georg-Straße  (frühere Ernst-Thälmann-Str.)  in Richtung spätere Katholische Kirche gemacht worden
.

Stadthalle März 2012
Stadthalle März 2012

Ohne Worte !

Kreiskulturhaus August  1982 - Archiv W.Malek
Kreiskulturhaus August 1982 - Archiv W.Malek

Die Vorlage für dieses Gebäude war das Projekt für eine Maschinen Traktoren Station  ( MTS ), das für ein Kreiskulturhaus "umgestrickt" wurde und  das in fast baugleicher Art  im mecklenburgischen Hagenow geplant und gebaut worden war ( Aussage eines Kurgastes - in Hagenow ist das Kulturhaus lange abgerissen !).
Das Kreiskulturhaus wurde nach zwei jähriger Bauzeit in der Amtszeit der Bürgermeisterin Frau Irmgard Schäfer am 10.Juli 1981 eröffnet.
In den 80er Jahren hatten ca. 50 Beschäftigte für den laufenden Betrieb gesorgt.
( Techniker, Hausmeister, Dekorateure, kulturelle und gastronomische Leiter und Mitarbeiter, Köche,  Kellner ) !  

Im Gebäude waren untergebracht: Kegelbahn (Familie Schatz), Sauna (Frau Rudolf) , Friseur, ABV http://de.wikipedia. org/wiki/Abschnittsbevollm%C3%A4chtigter, Jugendclub, Kapellenprobenraum, Vereinsräume (Männergesangsverein, Doppelquartett, Singkreis, Videofreunde, SCC u.ä. ) .
Im Foyer gab es die Stadt-Information und  einen Kurzwarenladen.
Der Saal war mit einer mehrgliedrigen Hebebühne ausgestattet, die auch zum Orchestergraben versenkt werden konnte. Je nach Bestuhlung fanden inclusive der beiden Galerien bis ca. 600 Personen Platz. 

Nach Herrn Tegt wurde die Kultur von Herrn Krebs gestaltet.

Vor und nach der Wende wurden viele gute und hochkarätige Veranstaltungen im Saal und im kleinen Salon ermöglicht: ( Marianne u. Michael, Harald Juhnke, Eisrevue, Roberto Blanko, Tanzturniere, Bernhard Brink, Rosanna Rocci, Roberto Blanko, Claudia Jung, Ute Freudenberg, Frank Schöbel, Gruppe Pankow, Max Rabe und Palastorchester usw.)
Besucher kamen aus dem gesamten Kreis und auch aus Nachbarkreisen.

Im Foyer konnten zum Beispiel in der Faschingszeit 80 und im Restaurant 120 Plätze  genutzt werden. Der Saal war ursprünglich mit kompletter Technik ausgerüstet, die auf Grund fehlender Wartung jedoch insbesondere nach der Wende nach und nach unbrauchbar wurde.
Der gesamte Kulturhaustrakt war unterkellert - dort hatten umfangreiche Kühl-, Lager- Heizungs- und Verwaltungsräume ihren Zweck zu erfüllen.
Bevor die Stadt 2002 die Kur vom Land Thüringen hatte  übernehmen müssen, war das nach der Wende namentlich vom Kreiskulturhaus zur Stadthalle geänderte Gebäude das einzige, dessen Betreuung die Stadt zu gewährleisten hatte. Es ist bis heute unerklärlich und unverständlich, dass noch nicht einmal die periodisch notwendige Reinigung des Abflusses am Flachdach durchgeführt worden war.
So waren verschimmelte Wände in der Sauna und in der Kegelbahn erste gravierende Auswirkungen. Später konnte das Regenwasser in der Bar, im Foyer und im Saal ungehindert eindringen.

Archiv A.Döhrer
Archiv A.Döhrer
Jugendweihe 1989 - Sammlung Katja Leifer
Jugendweihe 1989 - Sammlung Katja Leifer
Reiner Mächt (mitte) und Sohn Sven (rechts) am Foyertresen - Archiv W.Malek
Reiner Mächt (mitte) und Sohn Sven (rechts) am Foyertresen - Archiv W.Malek

Im Herbst 1992 versuchte  die Abteilung Volleyball (SV Medizin Bad Liebenstein 1950 e.V.) den Brach liegenden Gastrobereich wieder zu beleben - die Küche war in einem schlimmen Zustand - eventuell hatte ein vorheriger Nutzer alles stehen und liegen gelassen - noch nach Monaten waren die Speisen in den Töpfen verblieben).

Der gastronomische Teil wurde bis Frühjahr 1992 von der HO bewirtschaftet. Zunächst von der HO insgesamt und später von den HO Gaststätten,  Udo Weigel.
Die Kulturarbeit übernahm Bernd Tegt bis zu seinem Ausscheiden als Mitarbeiter der Stadt im Frühjahr 1992 .

Nachdem die HO in Konkurs ging, wurde die Gaststätte geschlossen und von der Stadt ausgeschrieben. Ab Ende 1992 war die „Mächt Stadthallenbewirtschaftungs- GmbH“ eingesetzt, die im März 1993 die Gaststätte eröffnete.

Erstaunlicherweise fand das Mächt'sche Gastspiel mit der Restauration  "Schweizer Stuben" nur in gut zwei Jahren  zwischen März 1993 und Juni 1995 statt. In dieser Zeit wurde die Foyerbar eingebaut, der Barbereich komplett umgearbeitet ( Nischen um die Tanzfläche und hölzerner Bartresen) sowie vollkommen neues Stailing für das Restaurant geschaffen. Das Faß im Außenbereich geht auch auf Herrn Mächt zurück.
Nach dieser Ära versuchten sich noch einige Gastronomen vergeblich ( Wolfgang Tiedke ab 1996, Böhnlein-Sauermilch bis 2002) !    

Der Verfall setzte rapide 1999 ein, als keinerlei Werterhaltung mehr durchgeführt wurde und die einzelnen Unterpächter der Sauna, Kegelbahn usw. deswegen ihre Türen schlossen. Zehn Jahre nach der Wende sollte man nicht in der Lage gewesen sein, ein defektes Dach zu reparieren – unverständlich.

Unter dem Motto „wozu braucht Bali eine Stadthalle – Trusetal hat auch keine“.

Wer trägt für den Verfall die Verantwortung? Es ist nur traurig, dass niemand zur Rechenschaft gezogen wurde.  Schließlich wurde der Gastrobereich in der Stadthalle im Juni 2002 gänzlich geschlossen.
Der gesamte Komplex wurde 2007 unter spektakulären Umständen dicht gemacht.    

Klubraum der Stadthalle mit den originellen Kupfertreibarbeiten von Jürgen Wisner
Klubraum der Stadthalle mit den originellen Kupfertreibarbeiten von Jürgen Wisner
Büroalltag mit Grotewohl, Honecker und Sindermann als Beobachter - Aufnahme 1985 - Archiv W.Malek
Büroalltag mit Grotewohl, Honecker und Sindermann als Beobachter - Aufnahme 1985 - Archiv W.Malek

Büroalltag mit Grotewohl, Honecker und Sindermann als Beobachter

Otto Grotewohl hatte mehrmals in Liebenstein gekurt (HMS).
http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p0e45db00535cd32e/

Als Chefagitator der SED (1953–1963)  erfand Horst Sindermann 1961 die Bezeichnung antifaschistischer Schutzwall   für die Berliner Mauer.

Die " Financiel Times" urteilte über Erich Honecker :
Wenn Helmut Schmidt, der westdeutsche Kanzler, zu Deutschlands besten Rednern gehört, so muss Erich Honecker einer der am wenigsten begabten sein. Sich seiner hohen Singsang-Stimme auszusetzen, die die Litanei der ostdeutschen Kommunistischen Partei beschwört, ohne auch nur einen Hauch von Emotion in seinem Gesicht, kann eine sterbenslangweilige Erfahrung sein.“

Frank Schöbel in der Stadthalle
Frank Schöbel in der Stadthalle

Die Sportveranstaltung der Schulen Top-Fit

Volksmusik
Volksmusik

Von 1982 bis 2006 fanden sämtliche Faschingsveranstaltungen in den Räumlichkeiten unseres " Kulturhauses " statt  http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p7f57697cd0a143ec/    . 

Die erste im Februar 1982 und die letzte im Februar 2006 zum 25jährigen Jubiläum.
Mit dem Aus für die Räumlichkeiten ging auch  ein Vierteljahrhundert  karnevalistisches Treiben in eine andere Phase über.
siehe auch  http://karnevalsfreundesurborn.jimdo.com/anfang/

Anstehen beim Kartenverkauf des SCC - Sammlung V. Henning
Anstehen beim Kartenverkauf des SCC - Sammlung V. Henning
Prinzessin Eva-Maria Erbe und Prinz Jürgen Wisner 1982 auf der Bühne im Saal, rechts Zeremonienmeister J.Walter - Archiv W.Malek
Prinzessin Eva-Maria Erbe und Prinz Jürgen Wisner 1982 auf der Bühne im Saal, rechts Zeremonienmeister J.Walter - Archiv W.Malek
Fasching in der Stadthalle unter dem Motto: Hütt boade meij uns ma gesoind ! - Archiv W.Malek
Fasching in der Stadthalle unter dem Motto: Hütt boade meij uns ma gesoind ! - Archiv W.Malek
Blumenfest 1987 im damaligen Kreiskulturhaus - Archiv W.Malek
Blumenfest 1987 im damaligen Kreiskulturhaus - Archiv W.Malek