Villa Georg

Aufnahme März 2012 - W. Malek
Aufnahme März 2012 - W. Malek
Aufnahme vor dem 1.WK - Archiv W.Malek
Aufnahme vor dem 1.WK - Archiv W.Malek

Durch enorme Anstrengungen der Familie Liebau wurden Villa Georg und das Küchenhaus im letzten Jahrzehnt in einen ansprechenden Zustand versetzt.
Nähere Angaben bietet Ihnen die web:   http://www.villa-georg.de/

Die Baugeschichte dieser Villa, die in ganz eigener Weise die Verhältnisse vor der Eheschließung Georg II. mit der Hofschauspielerin Ellen Franz widerspiegelt, schildert Georg II. im Briefverkehr als einen höchst dramatischen und sehr wahrscheinlich von Intrigen begleiteten Bauablauf !  Der herzogliche Oberbaurat Otto Hoppe  https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Hoppe_(Architekt)  hatte den Bau der Villa konzipiert und geleitet. Mit Verzögerung von einem Jahr wurde im Juli 1874 der Bau fertiggestellt, der sicher ursprünglich Ort der Trauung mit Ellen Franz sein sollte. ( Georg heiratete am 18.03.1873 in der Villa Feodora ! )
Normalerweise würde dieses Gebäude deshalb eigentlich den Namen Villa  Ellen Franz oder Villa Helene tragen müssen:  Für seine erste Frau Charlotte hatte Prinz Georg  neben dem von ihm errichteten " Hotel Belevue "( 1865 bis 1866 )  die " Villa Charlotte " http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p0329cca64220593e/
( Wohnhaus Albert Briel, abgerissen 2011 )  bauen lassen.

Bereits 1860 begannen die Arbeiten an der " Villa Feodora "  http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/pc42d811cebd71bba/,  als Sommerresidenz für den Erbprinzen vorgesehen. Dieser Bau war seiner zweiten Frau Feodora gewidmet.
Als Herzog Georg II. heiratete er ein drittes Mal und zwar die Schauspielerin Ellen Franz, die später den Namen  Helene Freifrau von Heldburg annehmen sollte. Diese morganatische Verbindung führte in Adelskreisen zu großer Entrüstung, die sich unter anderem auch darin zeigte, dass Georg II. im Beisein seiner Gattin nicht von den eigenen Offizieren gegrüßt wurde. Das eher schwierige Verhältnis zu seinem Vater wurde weiter belastet und auch der spätere Kaiser Wilhelm II.  (dessen  Schwester Charlotte später den Sohn von Georg II., Erbprinz Bernhard III. heiraten sollte ) wandte sich von ihm ab.
Diese Gründe führten aller Wahrscheinlichkeit nach dazu, dass Georg II. nicht den Vornamen seiner dritten Ehefrau für die Namensgebung der Villa eingesetzt hatte.
Bertram Luckes Zusammenfassung der drei Sommerresidenzen gibt dem wissbegierigen Leser umfassende und fachlich fundierte Informationen zur Villa Georg !
ISBN 3-927879-58-4

Aufnahme vermutlich kurz vor dem 1. Weltkrieg
Aufnahme vermutlich kurz vor dem 1. Weltkrieg
Landgraf Hermann I. - ein Vorbild für Georg II.
Landgraf Hermann I. - ein Vorbild für Georg II.
Repro W.Malek - auf der Rückseite des Fotos stand...
Repro W.Malek - auf der Rückseite des Fotos stand...

Meine Zeit in der Herzoglichen Villa Georg in Bad Liebenstein im Dienst Ihrer Hoheit der Frau Prinzessin von Sachsen - Meiningen - Herzogin zu Sachsen - Prinzessin zu Lippe - Detmold. Auf dem Bild: Paul - Köchin - Gärtner + Zimmermädchen. Zum bleibenden Andenken an Deinen Paul. Im Oktober 1920..."

Herzog-Quelle im Hattenbachsfeld - Flur Steinbach -  Aufnahme Oktober 2012
Herzog-Quelle im Hattenbachsfeld - Flur Steinbach - Aufnahme Oktober 2012

Die Herzog-Quelle, nach dem Standort in der Steinbacher Flur auch Laus-Quelle genannt,
ließ Georg II. 1872 erschließen, um sein Gästehaus Villa Georg mit Trinkwasser zu versorgen.
Bis zum Jahre 1964 wurden die Villa Georg, die Gaststätte Hubertushof und das Beckerhaus am Laupertseck (Dr.Reif) von dieser Quelle versorgt.
1966 wurde die Quelle eingefriedet und seither läuft dort nur noch Oberflächenwasser !

Friedensallee 12 - Archiv W.Malek
Friedensallee 12 - Archiv W.Malek
rechts der Vater von Charles Krüger als Gärtnermeister vor der Villa (um 1935) - Quelle Susanne Krüger
rechts der Vater von Charles Krüger als Gärtnermeister vor der Villa (um 1935) - Quelle Susanne Krüger
Vater von Charles Krüger als Gärtnermeister (um 1935) - Quelle Susanne Krüger
Vater von Charles Krüger als Gärtnermeister (um 1935) - Quelle Susanne Krüger

Carl Bechstein Klavierbauer; geb. 1. 6. 1826 Gotha, gest. 6. 3. 1900 Berlin. Bechstein absolvierte ab 1840 eine Lehre bei Klavierbauer Johann Gleitz in Erfurt und arbeitete danach u. a. in Dresden. 1846 bzw. 1848 ging er nach Berlin und arbeitete in der Werkstatt von Gottfried Perau. 1849 reiste er nach London und später nach Paris, um 1852 als Geschäftsführer Peraus nach Berlin zurückzukehren. Am 1. 10. 1853 gründete er in einem Magazin Peraus eine eigene Werkstatt, die Pianoforte-Fabrik C. Bechstein. Um 1856 hatte er mit Hans von Bülow einen seiner wichtigsten Kunden kennengelernt. Aus der engen Zusammenarbeit entstand ein Konzertflügel. Von Bülow am 22. 1. 1857 mit der Klaviersonate in h-Moll von Franz Liszt präsentiert, wurde der Flügel rasch verkauft. Nachdem Bechstein bis Ende 1860 300 Flügel gebaut hatte und er nach Peraus Tod 1861 weiter expandieren konnte, produzierte er ab 1870 ca. 500 Instrumente pro Jahr. Bezüglich der in seinem Besitz befindlichen Klavierinstrumente arbeitete Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen über Jahrzehnte mit der Fa. Carl Bechstein (Berlin) zusammen. So erwarb er 1872 einen Konzertflügel für sich und schenkt einen weiteren Flügel der Prinzessin Marie. 1872 sollte ein ein älteres Instrument von Pleyel durch einen Bechstein ausgetauscht werden. Der vom Herzog neben dem neuen Bechstein mit Vorliebe genutzte Erard-Flügel der verstorbenen Erbprinzessin Charlotte wurde auf herzoglichen Befehl vom Oktober 1872 wieder hergerichtet. Während Georg II. für die Besuche von Richard Wagner, Franz Liszt und Hans von Bülow auf die Fa. Bechstein (Berlin) zurückgriff, ließ er einen zuvor im Theater befindlichen Erard-Flügel ebenfalls dort überarbeiten und 1884 in den Salon seiner Frau in die Villa Georg nach Liebenstein bringen, wohingegen das dort bislang befindliche Pianino auf die Heldburg verbracht wurde. Das bislang auf dem Kissel befindliche Pianino wurde in das Hofdamenzimmer der Villa Feodora gebracht. Der Anfang des 19. Jahrhunderts produzierte Erard-Flügel im langen Salon „gleich links“ auf dem Altenstein wurde laut herzoglichem Befehl vom 6. Januar 1892 zu Bechstein nach Berlin gesandt, „behufs Herrichtung desselben im Inneren, und zwar in der ursprünglichen spinet-ähnlichen Klangart“. Das Instrument wurde laut Schreiben aus Altenstein vom 25. Juni 1892 in den folgenden Tagen wieder aufgestellt. QUELLE: Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Hofmarschallamt 240.

Musik-Lexikon von Maren Goltz