Voigtei

Inselsbergstraße 30, März 2012
Inselsbergstraße 30, März 2012

Die Brüder von Schultheiss Ferdinand Schwarz (* 1828, + 1891)  http://www44.jimdo.com/app/s 06790cd3cc8612fc/pd7516526c07e099a/
Ernst ( *1832, + 1905) von Beruf Schlosser  und Konstantin ebenfalls Schlosser und  späterer Forstwart wohnten in der Voigtei.
Obiges Haus wurde von dem aus Schlesien Anfang des 19.JH zugewanderten Instrumen-tenmacher und Klavierbauer  Johan Christian Voigt  im Lehmstampfbau geschaffen. Vermutlich daher der Name Voigtei.  H.Schwerdt beschreibt den schönen Bau 1854 als "Pisèe-Bau"   http://de.wikipedia. org/wiki/Pis%C3%A9   .
Das Haus hat enorm starke Wände und vorrübergehend wurde es als Eishaus genutzt. In unmittelbarer Nähe hat die Brauerei von Georg Heym   http://www44.jimdo.com/app/s06790 cd3cc8612fc/p5aa6207ae5bf3d76/  existiert.  Die Eisgewinnung zur kühlschrankfreien Zeit unserer Altvordern geschah wie folgt:
Über senkrecht aufgestellte Holzstangen wurde bei Frost Wasser von der Spitze her verteilt. Das führte zu kompakten Eiszapfen, die dann im Eishaus oder aber im Eiskeller (jetzt  Museum BERGMANNSKLAUSE ZUM ARSCHLEDERhttp://www.freizeitpark-bad-liebenstein.de/startseite.html    eingelagert wurden.

Solche Eisgalgen hat es auch nach Aussage von Werner Schlechtweg auf oder in der Nähe des Kellergewölbes zum Arschleder gegeben- siehe auch  http://de.wikipedia.org/wiki/Eisgalgen und neben dem Kurhaus und der Villa Feodora !

Wie Fritz Kühnemund in den Altensteiner Blättern 2001/2 berichtete, gab es noch einen nennenswerten Bewohner der Voigtei:
" Das Korällchen und in der Nähe stehende "Posthalterstein" war in früherer Schulzeit während der Ferien ein Versammlungsplatz der " Obergässer Jungen ". Dorthin, auf eine Bank, kam manchmal auch ein alter Mann, der Kaspar Leinhos, der damals in der Voigtei wohnte und manches alte Handwerk wie Korbflechten oder Besenbinden beherrschte.
Oft erzählte er von seinen Erlebnissen, als er während des Ersten Weltkrieges bei der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika und Kamerun war und welch lange Märsche sie bei feuchtheißen Temperaturen durch Urwald und Steppe zusammen mit den Askaris  http://de.wikipedia.org/wiki/Askari   machen mussten.
Dann blies er auf einem Efeu- oder Fliederblatt die schönsten Heimatlieder und manchmal in Erinnerung an längst vergangene Zeiten, wischte er sich eine Träne ab.
( Das leichte Vibrieren des Efeu- oder Fliederblattes bringt feine Töne zustande, die an leises Klarinettenspiel erinnern.) "

Eisgalgen
Eisgalgen

Noch mal kurz zurück zur Voigtei:
Bei dieser Bauweise für den Lehmstampfbau wird schichtweise erdfeuchter Lehm in vorbereitete Schalungen für Wände eingefüllt und anschließend festgestampft. Die Einfülltiefe beträgt pro Schicht etwa einen halben Meter. Der Lehmbau gilt als eine der ältesten Bauarten und findet sich insbesondere in regenarmen Gebieten wie zum Beispiel in Afrika ( Mali - Timbuktu http://de.wikipedia.org/wiki/Timbuktu ) oder am Indus. In Mitteleuropa gilt Lehmbau heute als eine ökologische Naturbauweise, die immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Inselsbergstraße Ausschnitt aus Klappkarte 1905 gelaufen, links Brauhaus Heym, Mitte Voigtei, rechts Feodorenhospital - Archiv W.Malek
Inselsbergstraße Ausschnitt aus Klappkarte 1905 gelaufen, links Brauhaus Heym, Mitte Voigtei, rechts Feodorenhospital - Archiv W.Malek