Heinrich-Mann-Sanatorium, vorher Agnesheim und davor Domänengut, heute Hotel Fröbelhof und Heinrich-Mann-Klinik

Als Domäne wurde der ursprüngliche Gebäudeteil 1803 errichtet.  Zugehörig waren noch Äcker, Wiesen und Stallungen in der nähe des Fischern'schen Schlosses, dem heutigen Kulturhotel Kaiserhof  http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p95b803824a319723/ .
Heute befindet sich im Gebäude des ehemaligen Domänengutes das Hotel " Fröbelhof "  http://www.froebelhof.de/ und in dem ca. 1950 geschaffenen Heinrich-Mann-Sanatorium und insbesondere nach der Wende erfolgten Erweiterungen die Heinrich-Mann-Klinik  http://www.heinrich-mann-klinik.de/.

Agnesheim - Gesamtansicht der 1803 als Domäne erbauten  Anlage - Archiv W.Malek
Agnesheim - Gesamtansicht der 1803 als Domäne erbauten Anlage - Archiv W.Malek

Friedrich Fröbel  ( siehe auch http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc 8612fc/p7fe57c720174bc3d/)  war 1849 zunächst im Haus Erika untergebracht ehe er dann ins Domänengut wechselte. Schließlich wurde ihm dann das Schlößchen Marienthal zur Verfügung gestellt, das ideale Voraussetzungen für die Umsetzung seiner Ideen mitbrachte, insbesondere der Gründung der ersten Kindergärtenrinnenschule weltweit !
Von 1849 bis zu seinem Tode 1852 hatte er im " Liebensteiner Oberland "  noch schaffensreiche Jahre  erlebt !

Agnes Schwesternheim 1920 - Archiv Werner Müller
Agnes Schwesternheim 1920 - Archiv Werner Müller

Georg Heym, der Gründer und Wirt des Felsenkellers   http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/pe3d16f573b0b5f41/  , hatte von 1850 bis 1877 mit Karl Zeitz im ehemaligen Domänengut  eine Brauerei betrieben.
Dort wurde später ein Erholungsheim für Krankenschwestern eingerichtet, das den Namen Agnesheim erhalten hatte.

Agnesheim 1923
Agnesheim 1923
Sammlung W.Malek
Sammlung W.Malek
Sammlung W.Malek
Sammlung W.Malek
Künstler Ansichtskarte vom Agnesheim - Archiv W.Malek
Künstler Ansichtskarte vom Agnesheim - Archiv W.Malek
Aufnahme 1920 - Repro W.Malek
Aufnahme 1920 - Repro W.Malek
Lisa Weih, verh. Marx als Krankenschwester im Agnes-Heim - Sammlung Tochter C. Rönsch
Lisa Weih, verh. Marx als Krankenschwester im Agnes-Heim - Sammlung Tochter C. Rönsch
Versichertenausweis von Lisa Weih - Sammlung Tochter C.Rönsch
Versichertenausweis von Lisa Weih - Sammlung Tochter C.Rönsch
Schlafsaal im Agnesheim - Repro W.Malek
Schlafsaal im Agnesheim - Repro W.Malek

Die Galeriebilder zeigen Innen- und Außenansichten des Agnes-Heimes, das 
aus dem ehemaligen Domänengut entstanden war. Es war Erholungsheim für Kranken-Schwestern.

Eingangsbereich von der damaligen Fröbelstraße fotografiert  - Archiv - W.Malek
Eingangsbereich von der damaligen Fröbelstraße fotografiert - Archiv - W.Malek
Archiv W.Malek
Archiv W.Malek
Gebäudekomplex von Westen aufgenommen - Archiv W.Malek
Gebäudekomplex von Westen aufgenommen - Archiv W.Malek

Blick vom Giebel auf das Agnesheim, rechts Villa Heller und Villa Bücher, links Turm vom Kaiserhof, helles Kreuz wartet auf eine Recherche!

ehemaliges Armenhaus, heute Standort der Schwimmhalle
ehemaliges Armenhaus, heute Standort der Schwimmhalle


Mit dem großzügig ergänzenden Neubau an das ehemalige Agnesheim wurde 1949 begonnen. Als Intelligenzheim konnte das damit geschaffene Objekt  1950 als Heinrich-Mann-Sanatorium eröffnet werden. Der Namensgeber Heinrich Mann sollte zur Eröffnung persönlich anwesend sein. Er verstarb jedoch ein paar Tage zuvor am 11. März 1950 in Santa Monica(USA).
 
Später war das Sanatorium Anlaufpunkt für erholungsuchende Spitzenfunktionäre des Arbeiter- und- Bauern- Staates.

 

27.03.1950  Festakt zur Eröffnung des Heinrich Mann Sanatoriums im Kurtheater unter Teilnahme von: Minister für Gesundheit der DDR Dr. Luipold Steidle http://de.wikipedia.org/wiki/Luitpold_Steidle ,  der Schriftsteller Franz Hammer http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Hammer_(Schriftsteller) und Arnold Zweig http://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Zweig   .

Arnold Zweig 1962 auf einer Bank am Gerhart-Hauptmann-Blick - Repro W.Malek
Arnold Zweig 1962 auf einer Bank am Gerhart-Hauptmann-Blick - Repro W.Malek
Neubau der Gebäude für das Heinrich-Mann-Sanatorium : Aufnahme um 1953 - Archiv W.Malek
Neubau der Gebäude für das Heinrich-Mann-Sanatorium : Aufnahme um 1953 - Archiv W.Malek
Repro W.Malek
Repro W.Malek
gemeinfrei wikipedia
gemeinfrei wikipedia

 
Anfang der 1950er kurte Adolf Hennecke im Heinrich-Mann-Sanatorium. Er war zu dieser Zeit schon Mitglied der Volkskammer.
Infolge seines Engagements wurde der soziale Wohnungsbau in Bad Liebenstein angeschoben. Die von ihm kritisierten  Baracken  http://www44.jimdo.com/app/s06790 cd3cc8612fc/p13573be1dc330a27/  in unmittelbarer Nähe des Sanatoriums waren damit hinfällig. Adolf Hennecke war keinesfalls trinkscheu und öfters im Liebensteiner Mileau unterwegs.

gemeinfrei wikipedia
gemeinfrei wikipedia

In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_ von_Winterstein war Eduard von Winterstein häufiger Kurgast im Regierungssanatorium.

Winterstein hat insgesamt länger als siebzig Jahre als Schauspieler auf der Bühne gestanden. Sein Wirken ist mit der deutschen Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts und insbesondere der Geschichte des Deutschen Theaters in Berlin eng verbunden. Seine größten Verdienste hat er sich als Darsteller von Rollen aus Theaterstücken Lessings erworben. Edurd von Winterstein stand für das von Max Rein-hardt und Otto Brahm vertretene Konzept einer realistischen Theaterkunst.

Blick auf Bali 1950er (vom Standort der heutigen Wendeschleife Aschenbergstraße aus aufgenommen) - Repro W.Malek
Blick auf Bali 1950er (vom Standort der heutigen Wendeschleife Aschenbergstraße aus aufgenommen) - Repro W.Malek
Aufnahme 1970 - Archiv W.Malek
Aufnahme 1970 - Archiv W.Malek
Empfangshalle, die sich unmittelbar an die Rotunde anschloß, mit der Verbindungstür zur Bibliothek- W.Malek
Empfangshalle, die sich unmittelbar an die Rotunde anschloß, mit der Verbindungstür zur Bibliothek- W.Malek
gemeinfrei wikipedia
gemeinfrei wikipedia

 

Otto Grotewohl, erster Ministerpräsident der DDR,  http://de.wikipedia. org/wiki/Otto_Grotewohl  nutzte ebenfalls die Möglichkeit, sich im Heinrich-Mann-Sanatorium zu erholen.
Auch Albert Norden http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Norden  , Horst Sindermann  http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Sindermann  und unmittelbar zur Wendezeit Egon Krenz http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Krenz     waren Gäste dieses Regierungssanatoriums.
Erwin Geschonneck http://de.wikipedia.org/ wiki/Erwin_Geschonneck, der eher introvertiert im Kurbad wahrgenommen wurde als auch Johannes Dieckmann  http://de.wiki pedia.org/wiki/Johannes_Dieckmann,  der das Gespräch mit den Liebensteinern auch am Stammtisch genoss und sich dabei seinen "Bewachern" entledigen konnte ( Felsenkeller)! 
Auch ein britischer Chefredakteur vom Daily Worker , dem späteren  Morning Star , der vermutlich auf Einladung des Journalistenver-bandes der DDR in Bad Liebenstein kuren durfte, wurde von Einheimischen getroffen und auch in einigen Kneipen (Theatercafe) in Gespräche verwickelt.

 

Archiv W.Malek
Archiv W.Malek

Viele Aufenthalte im Regierungssanatorium " Heinrich-Mann " hatten der Vorsitzende des Staatsrates Walter Ulbricht ( * 1893 Leipzig, + 1973 Groß Dölln)    http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht  und seine Frau Lotte   http://de.wikipedia.org/wiki/Lotte_Ulbricht  in den 50er und 60er Jahren.

Ein  wichtiges Dokument der deutsch-deutschen Teilung:
Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz kurz vor dem 13. August 1961

Die in den Steinbacher Wäldern verborgenen Waffendepots aus dem Zweiten Weltkrieg führten 1968 in Steinbach und Umgebung zu einer Großaktion der DDR-Sicherheitsbehörden mit Razzien und Verhaftungen sowie wochenlangen Verhören fast aller Einwohner. Dabei wurde angeblich eine Verschwörung gegen Walter Ulbricht aufgedeckt, mehrere Einwohner Steinbachs wurden in Schauprozessen zu hohen Haftstrafen verurteilt.
siehe :  Steinbach: Das Dorf der Attentäter

Steinbach - das Dorf der Attentäter

Sendung vom Freitag, 12.2.2010 | 10.05 Uhr | SWR2

Eine Stasi-Aktion, ihre Opfer und die Nachgeborenen
Von Immo Sennewald

In einer Großaktion mit Verhaftungen, wochenlangen Verhören fast aller Einwohner und unter riesigem Personaleinsatz an Hauptamtlichen und Spitzeln zerschlug die Stasi 1968 eine vermeintliche Verschwörung gegen Walter Ulbricht in Steinbach, einem Dorf im Thüringer Wald. Nach Jahren in Untersuchungshaft wurden zum Teil lebenslange Haftstrafen gegen die "Attentäter" verhängt, die sich eigentlich nur unerlaubten Waffenbesitz, Wilderei und ein paar drastische Töne gegen Partei und Staat hatten zuschulden kommen lassen. Der Fall kam erst nach dem Ende der DDR an die Öffentlichkeit; er war exemplarisch für die Willkür von Behörden und Justiz im SED-Staat und er hinterließ tiefe Gräben zwischen den Einheimischen. Die Verantwortlichen wurden nie belangt. 40 Jahre danach sind noch zwei der Verurteilten am Leben. Gemeinsam mit ihren Familien sind sie in der angestammten Heimat geblieben, gestützt auf Traditionen, stolz auf den Nachwuchs. Das historische Ortsbild von Steinbach trotzt den Spuren von DDR-Verfall und Wirtschaftskrise, es ist unverwechselbar wie manche alten Bräuche und der Wille der einst Verfolgten, ihrer Kinder und Enkel zur Selbstbehauptung.

Heinrich-Mann-Sanatorium, Oberer Eingang, man beachte die geparkten Fahrzeuge ! - Archiv W.Malek
Heinrich-Mann-Sanatorium, Oberer Eingang, man beachte die geparkten Fahrzeuge ! - Archiv W.Malek
Treppenloser Aufgang mit Empfangshalle 1970 - Archiv W.Malek
Treppenloser Aufgang mit Empfangshalle 1970 - Archiv W.Malek
Archiv W.Malek
Archiv W.Malek
Heinrich-Mann-Sanatorium, Restaurant 1955 - Archiv W.Malek
Heinrich-Mann-Sanatorium, Restaurant 1955 - Archiv W.Malek
Eingangsbereich der neuen Heinrich-Mann-Klinik
Eingangsbereich der neuen Heinrich-Mann-Klinik