Schleifkotten (auch Schleifkothen oder Schleifkoten) & Messerfabriken

Sammlung Dirtsa Messerschmidt
Sammlung Dirtsa Messerschmidt
Titel eines Wanderheftes Bad Liebenstein und Brotterode vom VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1957 - verfasst von Dr. Herbert Kürth
Titel eines Wanderheftes Bad Liebenstein und Brotterode vom VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1957 - verfasst von Dr. Herbert Kürth

Die für das Gebiet des heutigen Oberlandes bestehende Metallwaren- und Kleineisenindustrie ging auf den uralten, sicherlich über 1000jährigen Eisenerzabbau in unserer Gegend zurück, der wohl als einer der ältesten in Thüringen bezeichnet werden kann.  Dieser wurde im Jahre 1100 urkundlich erwähnt. Bereits im Jahre 1150 gibt ein erhalten gebliebenes Güter-Verzeichnis der Burg  Al-tenstein (Nauenburg) Auskunft, dass jährlich eine Masse Eisen an das Bistum Fulda  zinspflichtig zu gewähren sei.

Im Mittelalter arbeiteten die Grumbacher für die Steinbacher Kleineisenindustrie (damals waren die Steinbacher die Großverdiener im Oberland - heute sind sie die " Grauen Eminenzen des neuen Stadtgebildes - hoffentlich verzeiht uns der Leser diesen Sarkasmus) ! 
In den Orten Steinbach und Schweina hatte die Herstellung von Messern eine enorme Bedeutung.
Die Liebensteiner Brüder Ludwig und Jakob Wilhelm Heller http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/pd86d8fd8f32070e0?safemode=0&cmsEdit=1  industrialisierten  in größerem Maßstab und gründeten in Marienthal 1879 eine Messerfabrik, aus dem das spätere Wälzkörperwerk und die heutige Firma KRS Seigert in Barchfeld hervorgegangen sind. ( Diese Messerfabrik war nach dem 1853 gegründeten Unternehmen R & O Lux das zweite in Marienthal http://www.heimatfreundebali.de/heimatgeschichte/f irmen/firma-r-o-lux/ ! )

Aus dem im Akademie-Verlag Berlin 1989 erschienen Buch " Zwischen Ruhla, Bad Liebenstein und Steinbach " wird folgendes zitiert:

Steinbach Bergbau und Industrie b.doc
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Michael Heusing kommentiert das untere Foto so:  Heute steht da das Messerhaus im Schleifkotengrund - vorne links neben der Tür werden heute die Messer verpackt ,rechts ist jetzt ein Anbau !  In der zweiten Etage links war mal eine Wohnung - erst Familie Rassbach dann Familie Siggi ,,Janter ,, Hess ! Rechts ist die Männerumkleide gewesen ! Im dritten Stock war links ein kleiner Speisseraum und das Büro von Waltraud Iffert ! Das alles war in meiner Kindheit so als es VEB Bestecke und Schneidwaren hiess !

Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch

Carsten Sauermilch bemerkt zu beiden Fotos:
In der „Bundeslade“ meiner Oma entdeckt !  Wie die originale Bundeslade ist das eine große Kiste, von der niemand so genau weiß, was eigentlich alles drin ist  - vermutlich heißt sie deshalb so.
Der stolze Herr Schleifkotendirektor (Bild unten) ist mein Urgroßonkel (?) „Ferdnand“ Hartung, leider vor meiner Geburt verstorben. (Nach den Anektoden zu urteilen hätte ich ihn gerne kennengelernt.) Muss ungefähr in den dreißiger Jahren fotografiert sein. Das zweite Bild mit der gesamten Belegschaft (Bild oben) ist noch älter. Einzige bekannte „Person“ auf diesem Foto ist der schwarze Hund („Greif“), den konnte meine Oma noch eindeutig identifizieren. Sachdienliche Hinweise zu den übrigen „Tätern“ werden gerne entgegengenommen:-)

Hans-Wolfgang Jung schreibt dazu:
Die Arbeiter der Schleifkote haben  alle ihr Bier bei Opa Christian geholt
!

Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilchn
Sammlung Carsten Sauermilchn

Yvonn bemerkt: Auf dem Gruppenbild ist unten links mein Uropa Wilhelm Oschmann aus Steinbach zu sehen. Das Foto wurde während einer Wanderung auf den Glöckner (Glöckler)  http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%B6ckner_%28Berg%29   geschossen.

Nachfolgend die Recherche von Carsten Sauermilch in origineller Art :
Konnte meine Oma doch tatsächlich bewegen, nochmal in der Bundeslade zu stöbern…Die letzten Sonntage gab´s immer nur ein entschiedenes „NAA-HÜTT NEDD!“
Die säbelschwingenden Gesellen auf dem ersten Bild waren nicht etwa Friseure( „Meine Faconmacher 1908!“), Facon heißt sicher eher, dass sie Messern den letzten Schliff gegeben haben. Mit einem dieser Produkte habe ich am Wochenende eine gegrillte Lammkeule tranchiert. Es hat zwar deutliche Rostflecke (deswegen „Schwert des Sozialismus“ genannt, nach einer Formulierung aus dem Film „NVA“), ist aber auch nach hundert Jahren nach wenigen Strichen noch kompromisslos scharf. An dieser Stelle deshalb danke von einem zufriedenen Kunden. Der Klenne rechts ginge prima als Billy the Kid durch, aber bis auf das Bier in der Hand war er ganz gesetzestreu - der spätere „Herr Schleifkothendirektor“ Ferdinand Hartung vom Bild oben.
Die nächsten 3 Fotos dokumentieren verschiedene Phasen der Schleifkothe, die er später betrieben hat. Wobei die Jahreszahlen nicht besonders zuverlässig sind, meine Oma springt z.B. oft großzügig zwischen den Generationen hin und her. Das erste Bild ist lt. ihrer Aussage um 1900 entstanden, das 2. um 1920, das 3. um 1960. Offensichtlich hat irgendwann in dieser Zeit ein ziemlich grundlegender Neubau stattgefunden. Ich müsste mal mit Wolfgang Hartung (Messerhaus Steinbach) sprechen.
Das Foto von der Schleifkothe gegenüber der späteren Schanzenbaude ist höchstwahrscheinlich auch um 1900 entstanden. Wenn damals ein Photograph mit seiner kompletten Versuchsanordnung inklusive Magnesiumpulverblitz hoch in den Schleifkothengrund gezogen ist, hat er bestimmt gleich mehrere Photos geschossen. Der Begriff „Kate“ trifft auf dieses Häuschen wohl am ehesten zu.
So hart der Arbeitsalltag der Faconmacher auch war - sie haben immer wieder gerne gefeiert. Das dortige drittletzte Bild von http://www44.jimdo. com/app/s06790cd3cc8612fc/p5bfc1dc99215ad60?cmsEdit=1    zeigt Ferdinand (2. von links) mit seiner Band als Kirmesmusikanten. Das Foto wurde als Postkarte verschickt und am 08.10.1913 in Breitungen abgestempelt !

Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch
Carsten Sauermilch führt weiter aus:
In der „guten alten Zeit“ war ganz sicher vieles gemütlicher, ursprünglicher und ehrlicher-doch es gibt was, was heute ganz einfach bezaubernder ist…Die Mädels auf dem Bild sind meine Uroma Frieda mit ihrer Nichte auf´m Rücken und ihre Mutter, schön zu sehen auch Greif, der Hund vom Schleifkotenfoto neulich. Die Kleine dürfte ca. 2 Jahre alt sein und wurde 1920 geboren, messerscharf kombiniert ist... die Aufnahme also etwa 1922 entstanden. Frieda wäre nach dieser Theorie also grade mal neunzehn, ihre Mutter Anfang vierzig - selbst eine vorsichtige Schätzung des Alters der beiden nach heutigen Maßstäben würde wohl irgendwie uncharmant ausfallen…Aber diese Maßstäbe waren damals eben anders, das Leben härter und „Germanys next Topmodel“ wäre mit der Kütze voller Mittagsverpflegung für die Schleifkotenbelegschaft bzw. mit dem Nachwuchs auf den Schultern ganz sicher nicht weit gekommen! 
Sammlung Carsten Sauermilch
Sammlung Carsten Sauermilch
Schleifkotte von Gustav Eichel im Sommer - Sammlung Udo Stoll
Schleifkotte von Gustav Eichel im Sommer - Sammlung Udo Stoll
Schleifkotte von Gustav Eichel im Winter - Quelle Altensteiner Blätter 1994 von Gernot Malsch
Schleifkotte von Gustav Eichel im Winter - Quelle Altensteiner Blätter 1994 von Gernot Malsch
Letzte Schleifkote von Steinbach
Letzte Schleifkote von Steinbach

Schleifkothengrund
ehemalige Mühle im Schleikothengrund nahe Steinbach bei Bad Liebenstein im Mai 1956
Copyright: Conrad Linde; Beitrag: Conny3
Sammlung: Conrad Linde
Fundort: Deutschland/Thüringen/Wartburgkreis/Bad Liebenstein/Steinbach
Bild: 1395173910
siehe: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Th%fcringen/Wartburgkreis/Bad%20Liebenstein/Steinbach

Untere Schleifkotte von David Malsch, rechts Schleifkotte von Jung und Dittmar - aus Altensteiner Blätter 1994 von Gernot Malsch
Untere Schleifkotte von David Malsch, rechts Schleifkotte von Jung und Dittmar - aus Altensteiner Blätter 1994 von Gernot Malsch
Obere Schleifkotte von David Malsch in Winterverkleidung Ansichtskarte vom Verlag Wilhelm Löser - Quelle Karsten Fink
Obere Schleifkotte von David Malsch in Winterverkleidung Ansichtskarte vom Verlag Wilhelm Löser - Quelle Karsten Fink
Obere Schleifkotte von David Malsch in perspektivischer Darstellung - Recherche Mario Döhrer
Obere Schleifkotte von David Malsch in perspektivischer Darstellung - Recherche Mario Döhrer

Das durch ein Gerinne fließende Oberwasser bewegt mit seinem Gewicht ein außerhalb des Gebäudes gelagertes oberschlächtiges Wasserrad von 8,4 m Durchmesser und 11 PS (8 kW)  Leistung.
Von hier aus wird mittels einer 0,5 m dicken Eichenholzwelle und nachfolgendem doppeltem Kammradgetriebe die Haupttransmission der Schleiferei im Erdgeschoß angetrieben.
Die weiteren Transmissionen führen auf die 2 Doppelpolierböcke in das unter dem Dach eingerichteten Polierwerk (Polierboden). Die Haustür führt zum Flur der vor der Schleiferei gelegenen Wohnung.
                   Aus einem Artikel von Gernot Malsch in den Altensteiner Blättern von 1994

Obere Schleifkotte von David Malsch - Recherche Mario Döhrer aus E.Kaiser "Bad Liebenstein -Das Herzheilbad der DDR 1959
Obere Schleifkotte von David Malsch - Recherche Mario Döhrer aus E.Kaiser "Bad Liebenstein -Das Herzheilbad der DDR 1959
Obere Steinbacher Schleifkotte kurz vor dem Abriss - Sammlung Mario Döhrer
Obere Steinbacher Schleifkotte kurz vor dem Abriss - Sammlung Mario Döhrer
Überbleibsel Obere Schleifkotte - Foto Torsten Schmeißer 2014
Überbleibsel Obere Schleifkotte - Foto Torsten Schmeißer 2014
Otto Fuckel, der Uropa von Hartmut Hartl  am Fallhammer der Messerfabrik Malsch & Ambron - Sammlung Hartmut Hartl
Otto Fuckel, der Uropa von Hartmut Hartl am Fallhammer der Messerfabrik Malsch & Ambron - Sammlung Hartmut Hartl
Entwicklung vom Zaineisen zur handgeschmiedeten Klinge - Zusammenstellung von Gustav Eichel-Kurt 1958, Aus Ernst Kaisers Liebenstein Buch
Entwicklung vom Zaineisen zur handgeschmiedeten Klinge - Zusammenstellung von Gustav Eichel-Kurt 1958, Aus Ernst Kaisers Liebenstein Buch

Zaineisen (auch Krauseisen oder Knoppereisen, fachsprachlich gelegentlich - ohne Plural - Zahneisen), waren bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hergestellte, beim Schmieden durch Amboss- und Hammereindrücke an den Kanten eingekerbte Eisenstangen oder Eisenbänder, die als Halbzeuge zur weiteren Bearbeitung an Messer-, Klingen- oder Sensenschmiede, oder an Nagelmacher geliefert wurden.

Das Vorprodukt waren von Hüttenwerken gelieferte Grobeisenstäbe. Ihre Weiterverarbeitung in selbständigen Hammerwerken, den Reck- oder Zainhämmern, begann in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts verschwanden die Zainhämmer und mit ihnen der Name des von ihnen hergestellten Produkts.

Schleifer am großen "Seeberger"-Schleifstein - Veraltetes Schleifverfahren nach einer Zeichnung von Gustav Eichel-Kurt 1958
Schleifer am großen "Seeberger"-Schleifstein - Veraltetes Schleifverfahren nach einer Zeichnung von Gustav Eichel-Kurt 1958
Steinbacher Hammer - Sammlung Jörg Bodenstein
Steinbacher Hammer - Sammlung Jörg Bodenstein

Da das Haus ein Wasserrad hat, gehe ich davon aus, dass das der Hammer ist. Also das Haus was da vorher stand ! Nun müsste man jemanden fragen, wann der Hammer gebaut wurde? Uwe Thiel, Franz Malsch, Lisa Pfeifer, Juppo (Otto Apfel) .... Wer noch?
Gepostet von Hartmut Hartl 08.2015
Hartl hat recht, links im Hintergrund das Fachwerkhaus ist das, was beim "Vogelpink" etwas nach hinten versetzt daneben stand-wurde abgerissen, das andere Haus daneben steht noch, rechts oben das Haus war die Gasexplosion in den 90ern und das Gebäude an sich oder teilweise, dürfte auch noch vorhanden sein-nur mit recht viel Anbauten&Umbauten und momentan verfällt der ganze Gebäudekomplex ja stark.
Gepostet von Er Ic 08.2015
Hartl hat wieder recht „smile“-Emoticon, habe meine Oma gefragt (Jahrgang 1927), sie kennt es genauso&es ist ugs. der "Hammer". Es gab ein Wasserrad& man sieht heute noch genau wo es war( Bild 2). Ab dem Krieg wurde es mehrfach umgebaut, bis es letztendlich so verbaut ist wie heute. Das Haus an sich steht noch-nur völlig verbaut&umgebaut. Hier 2 aktuelle Bilder, das erste ist die Rückansicht, das zweite die Stelle wo das Wasserad war:
Gepostet von Er Ic 08.2015

Steinbacher Hammer 2015 - Er Ic
Steinbacher Hammer 2015 - Er Ic
Steinbacher Hammer 2015 an der Stelle, an der das Wasserrad war
Steinbacher Hammer 2015 an der Stelle, an der das Wasserrad war
Schleifer um 1568 -  gemeinfrei
Schleifer um 1568 - gemeinfrei
Messerfabrik Knupp 1970er - Sammlung Frank Hess
Messerfabrik Knupp 1970er - Sammlung Frank Hess
Hammerteich Steinbach - Archiv Harald Schuck
Hammerteich Steinbach - Archiv Harald Schuck
Messerfabrik Schweina
Messerfabrik Schweina

Schleifer 1981 in Buchara - gemeinfrei

Pastorin Wibke Endter


Die BAROCKKIRCHE ZU STEINBACH

ZUR GESCHICHTE UNSERER KIRCHE

1. Kirchenbau

1425 Bau der ersten Holzkappelle

1547 Offizielle Einführung der Reformation in Steinbach.

1658 Bau des neuen Pfarrhauses.
1664 Der Friedhof erhält eine neue Mauer.
1680 Der Ort zählt 814 Einwohner und 161 Häuser.

2. Kirchenbau

1709 Bau der ersten Steinkirche.

1711 Einweihung der Kirche.
1722 Die Kirche erhält eine Orgel.
1733 Großer Dorfbrand. Kirche u. Pfarrhaus werden vernichtet.

3. Kirchenbau
1736 wurde nach dem großen Brand die Kirche wie sie bis heute steht errichtet. Turmhöhe: 33 m. 1745 Die Firma Möller aus Meiningen baut eine Barockorgel ein. Diese ist vermutlich 50 Jahre später um die beiden Seitenflügel vergrößert worden.

1746 Ein Müller schenkt der Kirchgemeinde den Tauf-"stein". (Holz)
1753 Ausmalung des Inneren der Kirche im Rokokostil durch den Heimatmaler Michael Ley aus Tann (Rhön).
1757 Schalldeckel und Kanzel werden eingebaut. Ein Glockenhaus wird gebaut.
1794 Der Kirchturm erhält eine handgeschmiedete Uhr mit viertelstündigem Schlagwerk. Uhrmacher ist Nikolaus Höfling aus Kaltensundheim.
1805 Steinbach ist der größte Ort des Amtes Altenstein.
1830 Gedächtnisfeier an der Lutherbuche im Luthergrund: 300 Jahre Augsburger Konfession (= evang. Bekenntnis).
1878 Erneuerung des Kirchturmknopfes.
1914 Die Kirche erhält elektrisches Licht.
1921 Nachdem die Bronzeglocken im 1. Weltkrieg abgeliefert werden mussten, stiftete die Industriellenfamilie Ambronn drei Stahlglocken. Eine kleinere Bronzeglocke befindet sich noch im Glockenhaus. Sie soll im Jahr 2001 elektrifiziert werden, um sie als Vaterunserglocke in den Gottesdiensten vom Innenraum der Kirche aus zu läuten. Über viertausend Mark wurden im Jahr 2000 dafür gesammelt! Eine Turmuhrglocke von 1794 befindet sich im Turm (1950 zurückerstattet). Die zweite Schlagglocke (Viertelstunden) ist ein Geschenk des Bergwerkes.
1967 Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche (bis 1973):
Völlige Erneuerung des Fußbodens u. der Sitzbänke, Einbau von Windfangtüren und Erneuerung der Treppenaufgänge zu den Emporen, Vermauerung der bei den Türeingänge an der Nordwand der Kirche (Zutritt zur Fürstenloge), Neugestaltung des Altars, Einbau von Infrarot-Sitzbankheizstrahlern, Bekämpfung des Schwamms am Ostgiebel, Einbau von Doppelfenstern,
Wiederinstandsetzung der Turmuhr; vorläufige Spielbarmachung der Orgel.
1983 Restaurierung des Innenraumes der Kirche.
1986 Restaurierung des Turmknopfes und Turms.
1991 ff. grundlegende gestalterische Sanierung des Bergfriedhofes durch ABM-Kräfte und verschiedene Firmen. Der Friedhof ist in kirchlicher Trägerschaft, steht unter Denkmalschutz und ist der
zweitsteilste Friedhof Deutschlands.
1994 Beginn der kompletten Sanierung des Pfarrhauses u. teilweise auch des Gemeindehauses.
1996 Die Kirche erhält eine neue Uhr. Die alte Turmuhr wird aus Kostengründen stillgelegt und eine neue funkgesteuerte Turm -u. Läuteuhr wird installiert.
1997 Einbau einer zweimanualigen, digitalen Ahlborn -Orgel (Sampier). Sie ist nach barockem Vorbild intoniert und verfügt über ein Pedal.
2000 Abschluss der Sanierungsarbeiten am Pfarrhaus

Zur Geschichte der Steinbacher Kirche

Die außergewöhnlich prächtige Barockkirche, wurde in den Jahren nach dem großen Brand 1733 -1736 erbaut. Obwohl durch den großen Dorfbrand von 1733 völlig verarmt, gingen die Steinbacher sofort daran, ein neues Gotteshaus zu errichten. 1736 konnte die jetzige Kirche eingeweiht werden. Eine Kirche, die nach Heims Henneberger Chronik eine der schönsten des Landes sein soll.
Das Gotteshaus ist ein einheitlicher Bau von auffallender Größe. Das Äußere ist bescheiden und schmucklos. Auf dem Dachstuhl erhebt sich auf der Westseite ein Turm, mit Schiefer verkleidet. 
Er hat eine Höhe von 33 Metern. Im Turm sind die Uhr und zwei Schlagglocken für das Uhrenwerk. Die eigentlichen drei Läuteglocken befinden sich auf dem Bergfriedhof in einem hölzernen Glockenhaus. Der Friedhof ist übrigens der zweitsteilste in Deutschland und von besonderer Schönheit. Er steht unter Denkmalschutz und wird von der Kirchgemeinde bewirtschaftet. Der Kirchraum ( Kirchenschiff)hat die Form eines länglichen Rechtecks. Sein Inneres ist im reichen Rokokostil verziert. An den Wänden erheben sich zwei hohe Emporen auf Vierkantpfeilern, die den Innenraum in drei Schiffe teilen. Die Ausmalung ist bunt und prächtig. In der Grundfarbe herrscht blau vor: ein blauer Himmel als gewölbte Decke, Emporen und protestantische Altarkanzel reichlich marmoriert. Das damals arme Bergdorf hatte Freude daran, den nicht vorhandenen Reichtum wenigstens durch scheinbaren Reichtum - aus Holz mach Marmor - zu ersetzen, um Gott die Ehre zu geben. Die Ausmalung ist durch den Heimatmaler Michael Ley aus Tann (Rhön) um 1755 erfolgt. Er hatte dabei eine malerische Gesamtkonzeption, die sich aus dem Portalstein der Vorgängerkirche ergeben hatte. Da heißt es auf einem Sandstein, welcher jetzt das Südportal schmückt: "Ihr seid erbaut auf dem Grund der Apostel und Propheten, wo Jesus Christus der Eckstein ist." (Epheserbrief 2,20)
Und in der Tat: Sieht man sich die unzähligen Gemälde im Innern der Kirche an, dann wird man die Christusdarstellung in einer Ecke zwischen alttestamentlichen Gestalten nahe an einem Stützpfeiler finden. Ein Hinweis auf die stützende und tragende Funktion Christi, ohne die der Kirchenbau keinen Halt findet?
Auf der Westempore steht eine große, prächtige Barockorgel von 1745. Die Orgelbaufirma Möller aus Meiningen hatte sie einst gefertigt. Achtzehn Register sorgen für einen originalen Klang, denn die Kirchgemeinde hatte nie das Geld, diese Orgel umzuarbeiten oder anderweitig zu verändern. So blieb die Orgel als beinahe unverfälschtes Instrument bis auf diesen Tag erhalten und wartet auf seine Restaurierung. Als Alternative dient derzeit eine gute digitale Orgel der Firma Ahlborn. Die Orgel ist konzerttauglich und leistet auch sonst viele gute Dienste zur Gestaltung unserer Gottesdienste.