Musikpavillon

Aus der Badewoche von 1914 - Repro W.Malek
Aus der Badewoche von 1914 - Repro W.Malek

Dieser Weiher wurde 1914 angelegt. Mit der einhergehenden umfangreichen Gartenneugestaltung musste auch der erst 1912 entstandene Musikpavillon verlegt werden, eine zur damaligen Zeit anspruchsvolle technische Herausforderung ! ( Der Pavillon wurde gehoben, auf Rollen gesetzt und gemächlich seinem neuen Standort zugerollt - kurgastmäßig im Spaziergang sozusagen ! ) 

Untere Abbildung zeigt den vermutlich ersten Musikpavillon im Kurgarten.

rechts vermutlich das ehemalige Brauhaus, links daneben ein Vorgängerbau der heutigen Musikmuschel - Archiv W.Malek
rechts vermutlich das ehemalige Brauhaus, links daneben ein Vorgängerbau der heutigen Musikmuschel - Archiv W.Malek
Weiher 60 Jahre später - Archiv W.Malek
Weiher 60 Jahre später - Archiv W.Malek
links Musikpavillon, der 1871 errichtet worden war
links Musikpavillon, der 1871 errichtet worden war
Musikpavillion links kurz vor seinem Abriss 1913 - Archiv W. Malek
Musikpavillion links kurz vor seinem Abriss 1913 - Archiv W. Malek
Archiv Martina Luther - Aufnahme Verlag L. Otto Weber, Hofphotograph Meiningen
Archiv Martina Luther - Aufnahme Verlag L. Otto Weber, Hofphotograph Meiningen
Profiscanner von Bernd Müller
Profiscanner von Bernd Müller
Meininger Hofkapelle 1925 im Musikpavillon des Kurparks - Repro W.Malek
Meininger Hofkapelle 1925 im Musikpavillon des Kurparks - Repro W.Malek

Die kulturelle Betreuung fand bei gutem Wetter täglich mehrmals im Pavillon statt.
Dazu eine Anektode aus den 1960er Jahren:

Kapellmeister Herbert Kley wurde vor dem Konzert informiert, dass Walter Ulbricht mit seiner Frau Lotte unter den Zuhörern sein werden. Bekannt war, dass Walter mit  seiner Frau Lotte  Spaziergänge beispielsweise bis nach Meimers unternommen hatten, ohne dass ein Schwarm von Bodygards dabei war.
Allerdings sind zum Konzert dann einige Personen erschienen, die bekannterweise die "Sicherheit" unserer Region zu schützen hatten oder durch ihre entsprechende Kleidung als solche zu erkennen waren.
Herbert hatte trotzdem das Potpourri " Schwarzwaldmädel " im Konzert belassen.
Walter Ulbricht scheint es nicht gestört zu haben.
Es hätte ja leicht als Sympathie zum "Klassenfeind " ausgelegt werden können.
Unter anderen Umständen war das leider Normalität !

Archiv Martina und Jochen Luther
Archiv Martina und Jochen Luther
Archiv H.Schneider / Pissarek
Archiv H.Schneider / Pissarek

Cornelia Schneider, jetzt Pissarek, steht zur Schuleinführung neben dem damaligen Pionierleiter, Jochen Rittner.
Rechts auf der Bühne sind die vielen Zuckertüten zu erkennen.

Musikpavillion 1957 anläßlich Feierlichkeiten 100 Jahre MGV Sängerkranz 1857 e.V.
Musikpavillion 1957 anläßlich Feierlichkeiten 100 Jahre MGV Sängerkranz 1857 e.V.
Aus: Bad Liebenstein, wie es damals war
Aus: Bad Liebenstein, wie es damals war

Mein Beruf ist mein Hobby

Herbert Kley - Portrait, das 1993 entstanden war .....

" Eine Kur ohne Musik, ohne Kultur -   geht nicht. Musik ist die beste Therapie...“ meinte der gerade 65 Jahre gewordene Leiter des Bad Liebensteiner Kurorchesters, Herbert KIey. Ein ruhiges Rentnerdasein zu genießen, daraus wird so schnell nichts werden. Einmal gibt es im Moment keinen Nachfolger für ihn, deshalb würde ein Aufhören als Orchesterleiter  möglicherweise das Ende des Kurorchesters bedeuten. Andererseits hätte er in drei Jahren 50-jähriges Arbeitsjubiläum, ein lohnendes Ziel.

Aber wenigstens bis zu seiner 20-jährigenen Chorleitertätigkeit beim “MGV 1857 Sängerkranz e.V.“, einem Männerchor, will er der Musikszene in Bad Liebenstein treu bleiben. Der Chor, sein größtes Hobby, feiert in diesem Jahr sein 135-jähriges Bestehen. Das Kurorchester spielt zweimal täglich zur Unterhaltung der Kurgäste in der Wandelhalle, die eine sehr gute Akustik hat. Das Repertoire ist so umfangreich, dass ein Kurgast, der jedes Konzert besuchen würde, sich stets an neuen Stücken erfreuen könnte. Auch der Wechsel der Jahreszeiten wird im Programmaufbau beachtet. Eins aber haben alle Kurkonzerte gemeinsam, ihre Grundstimmung ist heiter und beschwingt, sie sollen die Kurpatienten unterhalten und erbauen. Sonnabends wird ein großes Konzert gegeben, und einmal im Monat findet ein Wunschkonzert statt. Früher bestand das Ensemble aus 18 Musikern und ihrem Leiter. Aus natürlichen Gründen und wegen fehlender Wohnungen für neue Musiker wurden es nach und nach immer weniger. Bald werden es aus ökonomischen Gründen nur noch acht Ensemblemitglieder sein. “Alle sind sie gute Musikanten“. Zur Besetzung gehören dann die drei “alten Hasen“ Hugo Kaufmann (Klarinette), Hans Schüßler (Baß) und Klaus Engelhardt (Geige). Die jüngeren Mitglieder machen das Orchester zu einem internationalen Unternehmen. Das Ehepaar Popov (Klavier und Geige) und llko Petrov (Schlagzeug) aus Bulgarien und ein Cellist aus Polen gehören zum Orchester.

Herbert Kley begann seine musikalische Laufbahn, als er mit zehn Jahren, die Geige im Rucksack auf dem Rücken, nach Steinbach zu seinem Lehrer Ferdi Ziegler marschierte. Sein Vater, Christian Kley, war Dorfmusikant. Er hatte kein Geld, um ausgebildeter Musiker zu werden. Ihn wollte Herbert Kley nicht enttäuschen, als er 1941 seine Laufbahn zum Militärmusiker an der Heeresmusikschule Bückeburg als Kadett begann. Im Juni 1945 war er Mitbegründer des Kurorchesters, er spielte Geige und Oboe. Seit 1958 ist Herbert Kley der Leiter und seine Frau Gertraud, die selbst Klavier spielt, musste oft viel Verständnis zeigen für den unregelmäßigen Dienst und den Urlaub außerhalb der Saison. Für Sohn Ralf (1953) und Tochter Beate (1959) ist die Musik wirklich “nur“ Hobby, aber kein Beruf.
Herbert Kley ist 2013 verstorben.
 
 siehe auch die Trailer von Volker Henning   
ht
tps://www.youtube.com/watch?v=1dp6s623YWY

und
https://www.youtube.com/watch?v=sujOtuhlqto

Badekapelle, Liebensteiner (Liebensteiner Badekapelle) Orchester, bestehend aus Handwerker-Musikern der Dörfer Steinbach, Liebenstein, Barchfeld und Trusen. QUELLE: Landesbibliothek Coburg, Manuskript PM I/65: Christian Mühlfeld: Musiker-Buch des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Kurze Biographien von Musikern, Kantoren, Organisten, Dilettanten, die im Herzogtum geboren sind oder in demselben gewirkt haben. Meiningen 1908.
 Aus dem Musiker-Lexikon von Maren Goltz

Gottlieb August Baumbach Kaufmann, Organist; geb. 7. 7. 1832 Sichelreuth, gest. 21. 1. 1892. Baumbach ging mit dem Vater nach Wölfershausen, wanderte von dort wöchentlich in die Klavierstunde nach Meiningen, besuchte 1 Jahr die Präparandenschule in Hildburghausen, 1849-1853 das Lehrerseminar Hildburghausen. Zunächst als Hauslehrer in der Nähe von Camburg tätig, dann 1 Jahr Musiklehrer in der Erziehungsanstalt Keilhau bei Rudolstadt, später 1 Jahr Lehrer in Bad Liebenstein. Baumbach sattelte um, wurde in Clausthal Kaufmann und siedelte nach Steinbach über. 1866 bewarb er sich um die Stelle des Hoforganisten in Meiningen. 1874 zog er als Stadtschreiber nach Coburg. War auch als Pianist, Violinist (u. a. im Liebensteiner Burgquartett) tätig und begeisterter Sänger in Männergesangvereinen. 1871 komponierte er einen Infanteriemarsch für das Militärchor des Thüringischen Infanterieregiments Nr. 32 und eine Nationalhymne. QUELLE: Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Hofmarschallamt 2615.

Georg Fischer
Wagnermeister, Landwirt, Musiker (Es-Klarinette), Dirigent, Klarinettenbauer; geb. um 1800 Bad Liebenstein, gest. 1871 Bad Liebenstein. Fischer war ab 1867 Dirigent der aus Handwerker-Musikern der Dörfer Steinbach, Liebenstein, Barchfeld und Trusen zusammengesetzten Liebensteiner Badekapelle, fertigte und verkaufte auch Klarinetten. QUELLE: Landesbibliothek Coburg, Manuskript PM I/65: Christian Mühlfeld: Musiker-Buch des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Kurze Biographien von Musikern, Kantoren, Organisten, Dilettanten, die im Herzogtum geboren sind oder in demselben gewirkt haben. Meiningen 1908.
Musik Lexikon von Maren Goltz