Kriegerdenkmal

Ausgrabung des Granitblocks - Sammlung Anja König
Ausgrabung des Granitblocks - Sammlung Anja König
Beginnender Transport - Sammlung Anja König
Beginnender Transport - Sammlung Anja König
Archiv W.Malek
Archiv W.Malek
Aus "Liebenstein, wie es früher war"
Aus "Liebenstein, wie es früher war"

Mit dieser Lafette und 6 Pferden wurde der " Felsen " aus dem Gerbersteingebiet bis nach Bad Liebenstein transportiert !

Archiv Foto Bodenstein
Archiv Foto Bodenstein
Archiv W.Malek
Archiv W.Malek

Grundsteinlegung für das Denkmal zu Ehren der Opfer des I.Weltkrieges:
Es wurde am 13.Juli 1924 feierlich eingeweiht !

Sammlung Helmut Hartmann - Repro: Volker Henning
Sammlung Helmut Hartmann - Repro: Volker Henning
Sammlung Anja König
Sammlung Anja König

Vermutlich Jäger Regiment 32, Landes Jäger Regiment 32 und Reichs Jäger-regiment 233, Wehrstrukturen, die sich in der Weimarer Republik gebildet hatten.

Sammlung: Helmut Hartmann - Repro: Volker Henning
Sammlung: Helmut Hartmann - Repro: Volker Henning

Am 16. November 1924 wurde für die Gefallenen des Regiments vor der Reglerkirche in Erfurt ein expressionistisches Denkmal aufgestellt, das von dem Bildhauer Hans Walther geschaffen worden war. Es bestand aus einer nackten Reiterstatue und einem nackten Fußsoldaten, der von einem Schuss getroffen niederkniet. Das Denkmal wurde im Beisein von Regierungspräsident Fritz Tiedemann und Oberbürgermeister Bruno Mann eingeweiht.

Am 8. April 1939 erklärte sich die Kavallerie-Kameradschaft Erfurt auf Druck von NSDAP-Oberbürgermeister Walter Kießling bereit, dem entschädigungslosen Abbruch des Denkmals zuzustimmen. Kießling hatte das Denkmal vorher öffentlich als „Zerrgebilde“ bezeichnet; ehemalige Offiziere des Regiments als „Kulturschande“ und „entartete Kunst“. Das abgebrochene Denkmal wurde auf dem Hauptfriedhof abgelagert; seitdem ist es verschollen.

Archiv Bernd Grollmitz
Archiv Bernd Grollmitz

Vermutlich handelt es sich bei dem oberen Foto um die Darstellung eines gescheiterten Versuchs, einen Gedenkstein aus dem Gerbersteingebiet abzutransportieren  http://heimatfreundebali.jimdo.com/heimatgeschichte/villen/haus-ernst-weyh/  .
Dieser Wagen kam nur bis zum Glasbach, dort liegt der Stein bis heute.
 

Archiv Fritz Eberhard Reich
Archiv Fritz Eberhard Reich

Gefallene Kriegsteilnehmer 1870/71:
ANSCHÜTZ,Eduard und  HARTMANN,Friedrich

                            Gefallene und Vermisste des Ersten Weltkriegs

AICHINGER,Andr. + 1915 ; ASCHENBACH,Heinrich +1914 ; BECK,August +1917 ; BODENSTEIN,Wilh. + 1916 ; BODENSTEIN,Wilh. + 1918 ; DAHL,Heinr. + 1916 ; DANZ,Gust.
1917; ENDER,Ernst,1915 ; ENDER,Friedr.,1916 ; ENGEL,Ernst,vermisst ; ENGEL,Georg,1917 ; ERBE,Karl,1918 ; FLOSSMANN,Wilh.,1915 ; RIMM,Edwin,1915 ; HELLMANN,Ernst,1917 ; HERMANN,Ernst,1916 ; HUHN,Konst.,1916 ; IFFLAND,Johann Heinrich 1914 ; ILG,Ernst,1917   ; JÜNEMANN,Alois,1914 : KAPPEL,Heinr.,1915 ; KEYBE,Georg,1916 ; KIRCHNER,Rich.,1917            ; KNIELING,Karl,1915 ; KNIELING,Paul,          vermisst ; KOCH,Andr.,1918 ; KÖHLER,August,1914 ; KÖRBER,Mich.,1918    ; LÄMMERHIRT,Ernst,1915 ; LINDEMANN,Alb.,1914 ; LUCK,Erich,1917 ; MESSERSCHMIDT,Adolf,1915 ; MICHEL,Karl,vermisst ; MÖLLER,Karl,1918 ; MÜLLER,Ernst,1918 ; MÜLLER,Herm.,1916 ; MÜLLER,Karl,1914 ; MÜLLER,Louis,1916 ; MÜLLER,Paul,1915 ; MÜLLER,Wilh.,1916 ; MUNKEL,Georg,1918 ; OERTEL,Willy,1917 ; OETZEL,Berthold,1918 ; PETER,Arthur,1916 ; PETER,Aug.,1916             ; PFEIFER,Rob.,1916 ; REICH,Georg,1914       ; REUM,Karl,1915 ; RÖMHILD,Ernst,1918         ; RÖMHILD,Otto,1915 ; RÖMHILD,Valentin,1918 ; ROTH,Erich,1917 ; ROTH,Hans,1918 ; SALZMANN,Aug.,1918 ; SALZMANN,Chr.,1918 ; SCHELL,Arthur,1916  ; SCHELLENBERG,Friedr.,1917 ; SCHRÖDER,Ferd.,      vermisst ; STORCH,Wilhelm,1916 ; TENNER,Otto, vermisst ; WEIH,Karl Friedrich,1914; WILD,Gustav,1915    

Bezeichnenderweise mit dem Foto des Liebensteiner Kriegerdenkmals (errichtet 1924) ging als Feldpost am 10.09.1942 eine Karte vom Lazarettstandort zum Kriegsschauplatz nach Lupa in Polen. 
Lupa steht für das heutige Bydgosz   http://de.wikipedia.org/wiki/Bydgoszcz#Zweiter_Weltkrieg .

Sammlung Anja König
Sammlung Anja König

Der Adler, der sich auf dem Denkmal befunden hatte,
ist wahrscheinlich zu DDR-Zeiten " weggeflogen" !

Hinter dem Kriegerdenkmal befindet sich eine Mauer aus Natursteinen im Halbrund erbaut, an der 7 Kupfertafeln mit den Namen der gefallenen Bad Liebensteiner Bürger des 1. Weltkrieges sowie des Krieges 1870 / 1871 angebracht sind.

Kriegerdenkmäler 1914/18

Errichtet bis 1933

Durch die ungleich höhere Zahl an Opfern, die der Erste Weltkrieg im Vergleich mit den vorangegangenen Kriegen gefordert hatte, stand in den Ehrenmälern für die Soldaten 1914–1918 zunächst das Totengedenken im Mittelpunkt. Stifter waren vielerorts die Gemeinden oder Kirchengemeinden und nur noch selten Kriegervereine. Die Denkmäler befinden sich darum auch zumeist an oder in Kirchen und beschränken sich auch oft auf die Auflistung der Namen der Gefallenen. Da nicht nur der Krieg verloren war, sondern auch das Kaiserreich untergegangen und die alte Armee aufgelöst worden war, weisen die Denkmäler üblicherweise keine nationalen Symbole auf, vielmehr zeigen sie Eisernes Kreuz, Eichenlaub, Schwert und Stahlhelm sowie christliche Symbolik. Der Obelisk oder die Säule als Siegessymbol sind nur noch sehr selten anzutreffen. Figürliche Darstellungen zeigen bei Denkmälern um 1920 häufig mittelalterliche Figuren, später sterbende und trauernde Krieger.

Hierbei ist zu beobachten, dass mit zunehmender Größe der Gemeinde (Stadt) die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass ein Namens-Denkmal vorhanden ist. Während fast in jedem Dorf in Deutschland und in Österreich heute noch an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert wird, findet man in praktisch keiner Großstadt ein derartiges Gesamt-Denkmal. Anstelle dessen wurden für einige Städte wie Nürnberg, Stuttgart oder Würzburg „Gedenkbücher“ herausgegeben. Das wohl umfangreichste deutsche Großstadt-Gesamtdenkmal war das im Zweiten Weltkrieg beschädigte und nicht mehr im Ursprungszustand hergestellte Münchener Kriegerdenkmal mit 13.000 Namen. Das Bremer Ehrenmal „Altmannshöhe“ dürfte das größte noch bestehende Namensdenkmal in Deutschland sein. Abgesehen von politischen Vorbehalten bereits in den 1920er Jahren stand in größeren Gemeinden der Errichtung von Denkmälern die Kostenfrage entgegen und/oder man scheute den Arbeitsaufwand für die Ermittlung der vielen Namen.

Bereits im Verlauf der 1920er Jahre setzte bei nachträglich errichteten Kriegerdenkmalen ein Trend zur vermehrten Darstellung figürlicher Szenen ein. Die Darstellungen wurden nun jedoch häufig antikisiert, d. h., sie zeigten idealtypische, oft auch nackte Kämpfer, die stellenweise die heroisierende Darstellung von Kriegern während der wenig später anbrechenden NS-Zeit vorwegnahmen. Dennoch gibt es auch hier bemerkenswerte Ausnahmen, etwa das 1929 in Golzheim errichtete Ehrenmal, in dessen Zentrum sich die Plastik einer Friedenstaube mit Ölzweig befindet. Auch das Kriegerdenkmal der SpVgg Fürth, welches 1923 zu Ehren der 144 gefallenen Vereinsmitglieder eingeweiht wurde, stellt eine Besonderheit dar. Es ist das weltweit einzige, welches in Form eines Fußballs gehalten wurde und aus zwei Granithälften zusammengesetzt ist. Es ist etwa zwei mal drei Meter groß und enthält eine Kassette mit zeitgenössischen Gegenständen, wie etwa Münzen und Zeitungsausschnitten sowie eine Liste mit den Namen der gefallenen Vereinsmitglieder.

Vor allem der Arbeiterbewegung nahestehende Organisationen versuchten, der teilweise kriegsverherrlichenden Ausdrucksform vieler deutscher Kriegsdenkmäler das Motto "Nie wieder Krieg" entgegenzusetzen. Ein Beispiel ist das vom Arbeiterturnverein Benningen für seine im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitgliedern 1928 errichtete Denkmal, welches neben den üblichen Namenstafeln die Inschrift "Nie wieder Krieg" im Denkmalssockel enthält.