Grube Glücksbrunn

Wesentliche Daten und Fotos zu dieser Seite stammen von Manuela Simon-Grauel und Sven Grauel !

Geschichtlicher Abriss Glücksbrunner Revierr

-      Erste Erwähnung von Bergbau auf Kupferschiefer (1268)

-      1441 bereits 14 Schmelzhütten am Schweinabach

-      Im 30-jährigen Krieg kam der Bergbau vollständig zum Erliegen

-      1682 Wiederaufnahme des Bergbaus

-      1714 Entdeckung der Kobaltrücken

-      1730-1776 Blühte des Kobaltbergbaus

-      1895 Beginn der Abteufarbeiten des Neuen Maschinenschachtes

-      1908 Einstellung der Gewinnungsarbeiten im gesamten Glücksbrunner Revier

-      Danach nur noch Nachlesebergbau

 

(Quellen: StA Weimar, Meiningen, Rudolstadt und Bergarchiv Freiberg ; Rückert, Trebsdorf)

Ansichtskarte von 1908, Blick auf das Bergwerk in Richtung Nord -  - Archiv W.Malek
Ansichtskarte von 1908, Blick auf das Bergwerk in Richtung Nord - - Archiv W.Malek
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel
Foto - Manuela Simon-Grauel

Die älteste Mitteilung über Kupferschieferfossilien, stammt von LUTHER. Im Sommer 1535 teilte er in seiner "Genesis-Vorlesung" seinen Studenten die eigenen Beobachtungen mit:

"Es brechen zu Eißleben, wie ihr wisset, schwartze Schiefer, die Kupffer und Silber halten, und wie Gott und die Natur ihre lustige Kurtzweile auch unter der Erden haben, bilden sich allerley Fisch = Gestalt in den Schieffer - was die Ursach sey solcher Impressionen, disputiren die Gelehrten. Ich zweifle nicht, daß es Reste der Sintflut gibt, da man, wo heute Erzgruben sind, nicht selten in Stein abgedrückte Hölzer findet. In eben diesen Steinen werden auch verschiedene Arten von Fischen und anderen Tieren entdeckt."
                                                                                       Quelle: www.kupferschiefer.de

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AKupferschieferhering_250_Millionen_Jahre_alt_-_Palaeoniscum_freieslebeni_-_Fundort_-Am_Fu%C3%9F_der_Hochhalde_Sangerhausen_-_1970_-_panoramio.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AKupferschieferhering_250_Millionen_Jahre_alt_-_Palaeoniscum_freieslebeni_-_Fundort_-Am_Fu%C3%9F_der_Hochhalde_Sangerhausen_-_1970_-_panoramio.jpg

Auch im Glücksbrunner Revier gab es Funde vom sogenannten Kupferschieferhering ...

Kupferschieferhering Fundort Glücksbrunn - Besitz W. Malek
Kupferschieferhering Fundort Glücksbrunn - Besitz W. Malek
Blick auf das Bergwerk in Richtung Süden - Sammlung Foto Bodenstein
Blick auf das Bergwerk in Richtung Süden - Sammlung Foto Bodenstein
Blick auf das Bergwerk in Richtung Westen, im Hintergrund der Pless - Sammlung Foto Bodenstein
Blick auf das Bergwerk in Richtung Westen, im Hintergrund der Pless - Sammlung Foto Bodenstein

25 Jahre vor der Veröffentlichung BIERINGs findet man - für diese Zeit ungewöhnlich - fortschrittliche Anmerkungen über die Fossilien bei dem Leipziger Juristen Gottlieb Friedrich MYLIUS 1709 im ersten Teil seines Buches "Des Unterirdischen Sachsens seltsame Natur". Es bietet reichlich Informationen über den hiesigen Bergbau und seiner Fossilien. Ein Großteil des Textes enthält die Frage nach der Natur der Fossilien, dabei vertrat MYLIUS keine sichtliche eigene Meinung. Er zeigte aber die unterschiedlichen Interpretationen auf: Spiele der Natur, unterirdische Keimungen, spontane Zeugungen und Sintflutreste. An letzteres oder eine göttliche Botschaft schien er am ehesten zu glauben:

"Hingegen suchen andere mit vielen Gründen zu beweisen / wie es nichts anderes als eine Künstelung der Natur sey ... Doch ist auch wahrscheinlich gnug / wie hinter diesen Schieffern noch etwas mehr verborgen liege; gesetzt es spiele die Natur in den Eißlebischen Schieffern mit Fischen / solte sie denn in denen so man bey Riegelsdorff in Hessen / zu Schweina in Sachsen Meinungen / Osteroda am Hartze / Kupffer Suhl bey Eisenach und andern Orthen mehr findet / auff gleiche Art ihre Operationes so gar genau haben / daß sie von einander indifferent geblieben."
Quelle -
Silvio Brandt  (aus Halle /Saale - Sachsen-Anhalt)

Den im Jahre 1733 in Glücksbrunn entdeckten dritten Fund  eines echsenartigen Reptils (siehe unteres Foto) konnte Scheuchzer nicht mehr erleben. Dieser wurde kurz danach publiziert von Emanuel von SWEDENBORG im Jahre 1734, der in Deutschland und Österreich Bergwerke besuchte und beschrieb. Das Fossil gelangte darauf in die Naturalienkammer von Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen in Wien, wo es sich heute noch befindet und im Naturhistorischen Museum ausgestellt ist.
Das Fossil wurde im Bereich des Zechenabschnittes gefunden, das das Foto von Sven Grauel von 1990  weiter unten zeigt ( mit dem Hinweis auf 1733 ).
Abbildung aus  SILVIO BRANDTs Protorosaurus speneri –
von der Entdeckung bis zur ersten wissenschaftlichen Bearbeitung
Recherche Dr. R. Malek

Aufnahme von 1990 von Sven Grauel !
Inschrift im Bereich des Zechenhausrückens

Vermutlich weist die Inschrift auf den Tod August des Starken hin. Glücksbrunn gehörte zu Sachsen-Meiningen, war also sächsisch.
Augusts Herz kam auf eigenen Wunsch in einer silbernen, innen vergoldeten Kapsel nach Dresden, wo es zunächst in der alten katholischen Hofkirchenkapelle zwischen  Schloss und Taschenbergpalais  aufbewahrt wurde, bis es dann in einer Mauernische der 1755 fertiggestellten Stiftergruft der Katholischen Hofkirche seinen endgültigen Platz fand (Herzbestattung).

Zeichnung eines Fossils von Protorosaurus speneri, gefunden bei Schweina in Thüringen, heute in der Bergakademie Freiberg, Rumpf, Vorderbeine, Schultergürtel
Quelle: wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Protorosaurus
Recherche Dr. R. Malek

Geinitz_Tab_1.pdf
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Saurier-Kupferschiefer.pdf
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In der Sammlung von Dr. R. Malek befindet sich eine fossile  Pflanze - sie wurde 1975 in Glücksbrunn gefunden.

Sphenobaiera digitata Glücksbrunn 1975.d
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Protorosaurus speneri, Kupferschiefer von Thüringen, Bildbreite 90 cm ! Ausstellung im Naturalienkabinett Waldenburg  2014 - Recherche Dr. R. Malek