Theatercafe & Cafe Aschenbach & kleines Cafe Aschen-bach & Winges-Stube & Konditorei und Kaffee H.Krech

Künstlerkarte im Verlag C.F.Wiedmann (vor 1920) - Archiv W.Malek
Künstlerkarte im Verlag C.F.Wiedmann (vor 1920) - Archiv W.Malek

Ursprünglich war das Cafe wie der Name sagt direkt in unserem Theater betrieben worden !
Ein Hinweis warb  unter dem klassizistischen Dreiecksgiebel der Theaterfront und  der hölzerne Balkon wurde als Aufenthalts- und Servierfläche genutzt.

1902 wurde das Gebäude Hauptstrasse 56 errichtet und von der jüdischen Familie als Heilbronns Restauration und Cafe geführt. 1925 wurde es vom Konditor Wilhelm Aschenbach gekauft und als “Conditorei und Cafe Aschenbach“ eröffnet. Es galt als Erstes Cafe am Platze. Die Zimmer im Haus waren bereits mit Zentralheizung sowie fließend warmem und kaltem Wasser ausgestattet -- für 3 RM pro Nacht !
Erst in den 1960ern nannte es sich Theatercafe !

Cafe Aschenbach Ansichtskarte 1912 gelaufen
Cafe Aschenbach Ansichtskarte 1912 gelaufen

Der oben dargestellte Neubau aus dem ersten Jahrzehnt wurde neben dem "Kleinen" (dem älteren Kaffee Aschenbach) errichtet.
1922 wurde es in Griebens Thüringer Waldführer mit Adresse Hauptstraße 202 als Restaurant & Pension Heilbrunn (israelitisch, streng rituell) genannt !

Anzeige von 1914 - Archiv W.Malek
Anzeige von 1914 - Archiv W.Malek
Archiv Werner Müller
Archiv Werner Müller
Archiv W.Malek
Archiv W.Malek

Kaffee Aschenbach rechts und links Conditorei & Kaffee Aschenbach - Archiv W.Malek
Zwischen beiden Kaffees bestand eine brückenartige Verbindung  über dem nach hinten eingerückten Hoftor. 

Vermutlich 1930er - Archiv Mario Döhrer
Vermutlich 1930er - Archiv Mario Döhrer

Lars Gebauer (via facebook) hilft mit einer Info, die Auskunft zum verwendeten Brenn- material bringt http://de.wikipedia.org/wiki/Grude_(Brennmaterial)), Herbert Fleischer (2.  Tenor vom MGV) kann Betrieb und Funktion des Ofens aus eigener Erfahrung erklären !

Anzeige  Ende 1930er - Archiv W.Malek
Anzeige Ende 1930er - Archiv W.Malek

Nach den Aschenbachs hatte Mariechen Hartmann mit ihrem Mann das "Große Cafe " im Pachtverhältnis betrieben und den Namen in Theatercafe geändert.
Das von 1966 bis 2008 im Besitz der Familie Marx befindliche Cafe wurde unter dem Namen Theatercafe bis 1986 von Hermann Marx  http://www.heimatfreundebali.de/heimatgeschichte/b%C3%BCrger/marx/ bewirtschaftet.
Marx war ein Kaufmann aus Meiningen, der nach dem Krieg in Bad Salzungen die Konsumgenossenschaft http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumgenossenschaft  mit aufbauen sollte. Er lernte dabei seine Frau Lisa Weih kennen und zog nach Bad Liebenstein. Nachdem er im VEB Pfeifen & Holz gearbeitet hatte, half er bei seinem Schwiegervater Ernst Weih im Thüringer Hof mit und hatte von 1959 bis 1965 die Gaststätte am Altenstein gepachtet.
1965 wurde von ihm das Theatercafe erworben, das von der Familie "Mariechen" Hartmann noch bis 1966 bewirtschaftet worden war. Nach umfangreichen Um- und Ausbauarbeiten leitete Hermann Marx  zwanzig Jahre lang bis zu seinem 70.Geburtstag das beliebte Cafe.
Die Mitarbeiter Hans Völker, Meta Busch, Emmi Reum, Toni Altmann, Hilda Schüßler und Hansi Gillweit sind während dieser Zeit hervorzuheben.
Danach war Peter Luck bis zur Wende Betreiber und von 1990 bis 1995 folgte Frau Lippmann, bis es danach geschlossen werden musste.
Bis zu ihrem Tod 2006 hatte Lisa Marx das Gebäude bewohnt.
Mit dem Kauf  2008 durch  Ibrahim Sever zog wieder Leben ein. Er bietet  Döner und andere Gerichte der kleinasiatischen Küche an.
Rechts daneben befindet sich die Apotheke "Zur Heilquelle " !http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p7dd424e4db40abdc/

HOG Theatercafe vor dem Umbau durch Hermann Marx - Archiv Cornelia Rönsch
HOG Theatercafe vor dem Umbau durch Hermann Marx - Archiv Cornelia Rönsch
Herzog-Georg-Straße 56, Theatercafe März 2012, Betreiber und Inhaber ist Ibrahim Sever
Herzog-Georg-Straße 56, Theatercafe März 2012, Betreiber und Inhaber ist Ibrahim Sever

Die Entwicklung der Inneneinrichtung kann man auf Seite  http://www.heimatfreu ndebali.de/heimatgeschichte/gaststätten/inneneinrichtung-theater/ ganz gut erkennen !

Kommers 100 Jahre Sängerkranz 1957 - Sammlung Gerd Eisenbrandt
Kommers 100 Jahre Sängerkranz 1957 - Sammlung Gerd Eisenbrandt
Die Ablichtung zeigt die Einrichtungsgegenstände am Ende des 19..JH
Die Ablichtung zeigt die Einrichtungsgegenstände am Ende des 19..JH

Während der  Amtszeit von Ortsbrandmeister Ernst Anschütz ( Emil und Ernst Anschütz waren Ortsbrandmeister von 1883 bis 1903 - der Zeitpunkt der Amtsübergabe ist nicht belegt) hatte die Wehr zwei größere Brände zu bekämpfen, einen davon im Hause der ehemaligen Imbissstube, damals Kaffee (Kleines) Aschenbach. Zu dieser Zeit war der Inhaber der Bäcker Kallenbach. Es brach ein Schadenfeuer aus. Nach Aussage der Ortsbewohner soll vorsätzliche Brandstiftung vorgelegen haben. Bäcker Kallenbach hatte dem damaligen Hornisten der Feuerwehr, Eduard Munkel, gegenüber geäußert:  “Eduard, heute Abend mußt Du noch mal blasen“.  Deutlicher konnte er wirklich nicht sagen, wie das Schadenfeuer entstehen sollte.

Archiv W.Malek
Archiv W.Malek
Fremdenzimmer vom Kaffee Aschenbach, rechtes war später Kinderzimmer von Cornelia Marx - Archiv C.Roensch
Fremdenzimmer vom Kaffee Aschenbach, rechtes war später Kinderzimmer von Cornelia Marx - Archiv C.Roensch
Helmut Krech 1931 bei einer Gruppenaufnahme der Rassegeflügelzüchter - Archiv Hartmut Luck
Helmut Krech 1931 bei einer Gruppenaufnahme der Rassegeflügelzüchter - Archiv Hartmut Luck

Die Schwester Charlotte von Bäckermeister Karl Kruspe hatte vorübergehend das sogenannte Cafe "Kleines Aschenbach" betrieben. Sie war verheiratet mit H. Krech - so dass das Cafe zeitweise auch diesen Namen getragen hatte.

Im Einwohnerbuch von 1948 ist für die Ernst-Thälmann-Str. 58 eine Bäckerei, Konditorei und Kaffee mit dem Inhaber Robert Hänel vermerkt.
Sowohl Cafe als auch Konditorei & Bäckerei gehörten der Familie Aschenbach, das große ab 1902, das kleine Kaffee wahrscheinlich schon eher. Später ging dieses durch Heirat in den Besitz der Familie Winges über, die dort die Winges-Stube eingerichtet hatte.
Nach der Wende wurde ein  Lebensmittelladen daraus, der infolge fehlendem Nachfolger nach der Jahrtausendwende geschlossen werden mußte.


Albert Briel beim Fasching 1960er Theatercafe
Albert Briel beim Fasching 1960er Theatercafe
Fasching Theatercafe 1960er (Teichmann-Rümmler)
Fasching Theatercafe 1960er (Teichmann-Rümmler)
Hans Völker, Hermann Marx, Hansi Gilweit, Emmi Reum und Hilda Schüßler - Sammlung Cornelia Rönsch
Hans Völker, Hermann Marx, Hansi Gilweit, Emmi Reum und Hilda Schüßler - Sammlung Cornelia Rönsch
Emmi Reum am Tresen, der Aufzug zur Küche im Keller ist beschickt, Klingel und Sprachrohr / Bontransportschacht sind gut zu erkennen, nach Aussage von Hans-Joachim Beutel hat diesen Aufzug Arno Schmidt auf Elektro umgebaut - Sammlung Cornelia Rönsch
Emmi Reum am Tresen, der Aufzug zur Küche im Keller ist beschickt, Klingel und Sprachrohr / Bontransportschacht sind gut zu erkennen, nach Aussage von Hans-Joachim Beutel hat diesen Aufzug Arno Schmidt auf Elektro umgebaut - Sammlung Cornelia Rönsch
Stammtisch mit Öttchen, Emmi Reum, Toni Altmann und Hilda Schüßler - Sammlung C.Rönsch
Stammtisch mit Öttchen, Emmi Reum, Toni Altmann und Hilda Schüßler - Sammlung C.Rönsch
Aus Elke Langes Buch: Skizzen und Portraits aus dem Liebensteiner Oberland
Aus Elke Langes Buch: Skizzen und Portraits aus dem Liebensteiner Oberland