Friedhöfe

Der bisher nachweislich erste Friedhof befand sich neben der ersten evangelischen Kirche http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p553f8929d7b9908b/. Dieser Standort ist  mit dem heutigen Areal zwischen unserer Fachwerkpost und dem Kriegerdenkmal neben der ehemals zweiten Schule zu beschreiben. Er lag an der Schnittstelle zwischen den Dörfern Sauerbrunnen und Grumbach  und wurde sicherlich auch von beiden Gemarkungen bis 1864 genutzt. 

Der zweite existierte auf dem Gelände des heutigen Tegut-Marktes.
Nach 1864 wurde der Friedhof an der alten Schule aufgegeben und ein Gräberfeld am heutigen Tegut-Markt eingerichtet. 
Dort befand sich das Friedhofswärterhaus in der damaligen Bahnhofstraße 150, heutige Hausnummer 6. Gegenwärtig ist es im Besitz von Familie Endert .
Dieses Gebäude war ehemaliges Gemeindehaus und der Opa von Herrn Endert, Herr August Arnold (1881 - 1953, aus Friedelshausen in der Rhön stammend) bewohnte um 1900 ? beginnend  bis 1953 die Immobilie. Er war von 1909 bis 1939 Ortspolizist. 

Frau Dr.Marina Moritz hat im Zusammenhang mit ihren Familien-Recherchen auf das Gemeindehaus aufmerksam gemacht. Ihr Urgroßvater Georg Albert Heller [24.06.1847-10.12.1897 (Selbstmord)], Schlosser, Fabrikarbeiter und Totengräber war im Friedhofswärterhaus verstorben. Vermutlich hat er auch dort mit seiner Familie gewohnt. Seine Ehefrau Marie Rosine Friedericke Heller, geb. Hopf (*24.01.1847- +22.06.1902) verstarb im Feodorenhospital  http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p9fa77a8318c6440c/ .
      Auf dem heutigen Grundstück der Familie Endert befand sich das Haus Bahnhofstraße 2. Dort war die Totenfrau  ( Als Heimbürge (weibliche Form Heimbürgin, früher auch Totenfrau oder Leichenfrau) wird ein Leichenwäscher bezeichnet.)   zu Hause. Ein Foto dieses Gebäudes  findet sich unter http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/pa8d4f392fadb0e29/   (3. Abbildung von oben) !

 

Der dritte Friedhof ( und heute noch existente) wurde nach Aussage von Uwe Messerschmidt 1909 am Westrand der Stadt angelegt. Das Gebäude für den Friedhofswärter ist noch existent und befindet sich gegenüber dem südlichen Friedhofseingang  (Büro Reiterhof)  http://www.heimatfreundebali.de/heimatgeschichte/villen/totenw%C3%A4rterhaus/  .
Langjähriger Friedhofswärter war der Tscheche Fierley, der höchstwahrscheinlich Herrn Kares Luck  /heimatfreundebali.jimdo.com/heimatgeschichte/villen/villa-eden/  in dieser Funktion abgelöst hatte. ( Herr Schmidt und Herr Ulbricht hatten auch auf dem Friedhof als Wärter gearbeitet.)
Nach Herrn Fierley versah Herr Heinzelmann (AWG) bis kurz vor der Wende diesen Posten, danach war "Ciska" Wagner als Friedhofswärter eingesetzt.

Gesonderte Friedhofsbereiche für Gefallene des II.Weltkrieges : http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/bad_liebenstein_frdh_wk2_thuer.htm,
http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p1b2fdc58a60d9ad8/,
http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p1b2fdc58a60d9ad8/

Friedhof und Totenwärterhaus 1970ger - Sammlung Jörg Bodenstein
Friedhof und Totenwärterhaus 1970ger - Sammlung Jörg Bodenstein

Ein jüdischer Friedhof   http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/ pbcd27ba499864752/ ist belegt. Das Ritual schreibt vor, die Toten außerhalb der Stadt- oder Gemeindegrenzen innerhalb von 24 h zu begraben.
In Betracht gezogen werden müßte, dass infolge geänderter Gesetze oder Vorschriften eine Bestattung der Liebensteiner Juden in Barchfeld nicht mehr möglich war. Deshalb wurde ein Friedhof 1910 im Steinbacher Grund unmittelbar nördlich der Grumbach angelegt.
Er wurde1963 eingeebnet.   http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof

Beerdigung im 19. und beginnendem 20. Jahrhundert:
Sie fand gewöhnlich mittags 1 Uhr unter Glockengeläuten statt. Der Sarg wurde von Nachbarn, mit Rosmarinzweigen im Knopfloch, freiwillig gegen eine Vergütung zum Friedhof getragen ( 1 Gulden, 2 Mark ).
Vor dem Trauerhause sangen ein Lehrer ( mit dem "Mäntelchen") und Schulkinder der 1.Klasse einige Gesangbuchsverse, worauf sich der Zug, wie folgt, in Bewegung setzte: Knabe mit Kreuz, Lehrer mit Kinder, Sarg, Leidtragende und Pfarrer, Männer und Frauen, letztere nicht zu zweien sondern im Schwarm. Vor und nach der Leichenrede und dem Vorlesen des vom 1.Lehrer verfassten Lebenslaufes wurden wieder Trauerlieder gesungen von allen Anwesenden. Das übliche nochmalige Öffnen des Sarges am Grabe war Mitte des 19. Jahrhunderts verboten worden. Das Mitgehen der Schulkinder ist seit Trennung von Schule und Kirche in Wegfall gekommen.
Auf Wunsch singt mitunter der Gesangsverein am Grabe. Der alte seit einigen Jahren eingeebnete Friedhof neben der alten Schule wurde bis 1864, der neue an der Bahnhofstrasse bis 1910, der neueste an der Barchfelder Chaussee von da an benutzt.
Eine stehende Beileidsbezeugung war:
" Es tut me laid, dass Üch Laid widderfärre ies " !