Ehrenbürger Bad Liebensteins

Graf von Wiser, Albert Briel, Dr.Lauterbach, Otto Schieck, Heinrich Kaiser, Irmgard Schäfer und Max Heinze

Dr. Maximilian Graf von Wiser

Albert Briel

Albert wurde 1993 Ehrenmitglied des SCC - Foto Bodenstein
Albert wurde 1993 Ehrenmitglied des SCC - Foto Bodenstein

Albert Briel (* 20.01.1898 Iverdon, Schweiz , + 12.12.1997 Bad Liebenstein) war Schweizer Staatsbürger.  Seit 1920 lebte er als Hotelier in Bad Liebenstein.
Er beteiligte sich aktiv an der Übergabe von Bad Liebenstein, Schweina und Steinbach im Jahre 1945 an die Amerikaner und dadurch wurden die Orte von kriegerischen Auswirkungen verschont.
Aus Dankbarkeit verlieh Ihm die Stadt am 12.08.1991 die Ehrenbürgerschaft.

Dr. Fritz Lauterbach

Dr. Lauterbach 1924 im PA
Dr. Lauterbach 1924 im PA

Dr. Fritz Lauterbach ( + 06.12.1877 Ammendorf, + 31.07.1951  Bad Liebenstein) war Chemiker und promovierte in Philosophie.
Im Jahre 1925 gingen die Aktien des " Herzoglichen Bad Liebenstein " auf  Dr. Fritz Lauterbach, Rittergut Tragarth, Kreis Merseburg, über.

Das Bad gelangte dadurch nach den Kriegseinflüssen und seinen Folgeerscheinungen in kapitalkräftige und weitblickende kaufmännische Verwaltung. Durch ständige Verbesserung der Bade- und Kuranlagen und auch durch die Erbohrung eines ergiebigen kohlensauren Kochsalzsprudels 1927 wurde dem Kurbetrieb  zu neuem Aufschwung verholfen.
Für sein Engagement zur Entwicklung des Kurbetriebes wurde er anläßlich seines 60. Geburtstages 1937 zum Ehrenbürger ernannt.
Die heutige " Kurparkklinik Dr.Lauterbach " trägt seinen Namen.


Otto Schieck

Im Bild links Otto Schieck -  Stadtarchiv Eisenach mit freundlicher Genehmigung
Im Bild links Otto Schieck - Stadtarchiv Eisenach mit freundlicher Genehmigung

Einziger (späterer) Präsident der DDR Wilhelm Pieck (Mitte)  http://de.wikipedia.org/wiki/ Wilhelm_Pieck und Landrat von Eisenach Otto Schieck (links) während einer Veranstaltung 1947 in Eisenach.

Otto Schieck (*  05.10.1898 Großenlupnitz, + 04.03. 1980 Weimar)                  
                       http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schieck 
war ein deutscher Reichstagsabgeordneter der KPD (Thüringen). Auf Grund seiner illegalen Tätigkeit gegen das Nazi-Regime wurde er im KZ Sachsenhausen und im KZ Buchenwald interniert.

Nach 1945 war er Landrat in Eisenach, stellv. Direktor im VEB Carl Zeiß Jena, Direktor im VEB Bohrmaschinenwerk Gera  und bis zu seinem Ruhestand Direktor im VEB Wälzkörperwerk (Bad Liebenstein II).
1973 wurde er Ehrenbürger der Stadt Bad Liebenstein !
Die Freiwillige Feuerwehr Bad Liebenstein trug eine Zeit lang seinen Namen.

Schieck, Otto

* 5.10.1898, † 4.3.1980

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 5. Oktober 1898 in Großenlupnitz/Krs. Eisenach, Sohn der ledigen Arbeiterin Dorothea Schieck; lernte Schlosser, wurde 1916 Mitglied des DMV und gehörte seit 1922 der KPD an. Von 1926 bis 1933 Mitglied des Betriebsrates, ab 1931 Mitglied der BL Thüringen, Ende 1932 Polleiter des UB Eisenach. Im Juli 1932 als Abgeordneter im Wahlkreis Thüringen in den Reichstag gewählt, dem er ab November 1932 erneut angehörte. Auch im März 1933 gewählt, befand er sich aber bereits seit Ende Februar 1933 in der Illegalität und wirkte als Instrukteur in den UB Gera, Greiz und Altenburg. Ab Januar 1934 Polleiter für den Bezirk Halle-Merseburg, wurde Schieck am 26. März 1934 in Merseburg festgenommen, zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und kam anschließend noch zwei Jahre ins KZ Sachsenhausen. Im Mai 1939 entlassen, arbeitete er als Monteur in Eisenach, hatte Verbindung zu Theodor Neubauer und Magnus Poser. Am 24. August 1944 erneut verhaftet und bis April 1945 Häftling im KZ Buchenwald. Nach der Befreiung zunächst Leiter des Weimarer »Anti-Nazi-Komitees«, von Juli 1945 bis Januar 1949 Landrat von Eisenach, später Kulturdirektor der SAG Carl Zeiss Jena, dort im August 1952 wegen »Nichtdurchführung seiner Aufgaben als Kulturdirektor« abgelöst. Schieck erhielt eine Parteistrafe und mußte sich für einige Monate als einfacher Angestellter »bewähren«, dann bis 1963 Werkleiter, bzw. Direktor eines VEB. 1973 erhielt er die Ehrenspange zum VVO in Gold. Otto Schieck starb am 4. März 1980 in Weimar.

Irmgard Schäfer

Bürgermeisterin über 23 Jahre

Ich hatte hier im Ort immer einen ziemlich großen Personenkreis, durch den sehr viel geleistet wurde. Dabei bedurfte es keiner zusätzlichen Aufforderung, dass etwas getan werden müsse. Sie haben alle auf ihren Interessengebieten gearbeitet und dadurch viel geschaffen. Irmgard Schäfer erinnerte sich gern an die gute Zusammenarbeit zwischen ihr als Bürgermeisterin von Bad Liebenstein und den etwa 4000 Einwohnern ihres Verwaltungsbereiches. Ständige Verbindungen bestanden zu den Kureinrichtungen, dem Gesundheitswesen, Betrieben, Handelsorganisationen, Kulturschaffenden, Gaststätten und anderen. Eine enge Zusammenarbeit gab es mit allen Parteien und Massenorganisationen.
Immer einsatzbereit für Umweltbelange, Ortschronik und Jugendarbeit zeigte sich der Kulturbund. Was für ein Kleinod ist unter anderem im Stillen Tal für die Angler mit der Anlage der drei Teiche entstanden! Mit dem Vorstand der evangelischen Kirche führte Frau Schäfer jährlich ein Rundtischgespräch zu Fragen der Friedenserhaltung und kommunalen Problemen durch. Auch mit den Vertretern der katholischen Kirche des Ortes gab es regen Gedankenaustausch. Ihre Vielseitigkeit in der Arbeit mit “ihren Bürgern“ war sicherlich auch der Grund dafür, daß Irmgard Schäfer über 23 Jahre hinweg als Bürgermeisterin wirken konnte.
1928 wurde sie in Eisenach geboren, absolvierte nach der Grundschule die Handelsschule in Eisenach und begann eine Arbeit als Schulsekretärin. Nach Schulamtstätigkeit kam Frau Schäfer schließlich von 1945 bis 1950 in der Stadtverwaltung von Eisenach zum Einsatz. Kurze Zeit weilte sie dann in Weimar und Erfurt und wurde nach der Verwaltungsreform 1952, bedingt durch ihre Heirat, beim Rat des Kreises in Bad Salzungen eingestellt. Viele Jahre arbeitete sie dort im Bereich Finanzen.
Ihre Töchter waren erst fünf und neun Jahre alt, als 1962 nach langer schwerer Krankheit der Ehemann von Irmgard Schäfer verstarb. Obwohl sich die Kinder in den Jahren danach um viele Dinge alleine kümmern mußten, haben beide ihren Weg gefunden und Diplomabschlüsse erreicht. Auf Anraten des Vorsitzenden des Rates des Kreises, dem ein Bürgermeister übrigens rechenschaftspflichtig war, stellte sich Irmgard Schäfer 1965 der Wahl als Bürgermeister in Bad Liebenstein, dem “Staatlich anerkannten Kurort“. Irmgard Schäfer war seit 1946 Mitglied der SED und Abgeordnete für ihre Partei. 1991 hatte  sie ihren Austritt aus der PDS erklärt. Bei ihrem Ausscheiden aus dem Staatsapparat nach längerer schwerer Krankheit in den Status der Altersrentnerin wurde Irmgard Schäfer 1988 für ihre langjährigen Verdienste um die Belange der Stadt das Ehrenbürgerrecht zuerkannt.
Aus: Skizzen und Porträts im Liebensteiner Oberland von Elke Lange

 

Irmgard Schäfer ( *  25.10.1928,  + 25.10.2007)  war von 1965  - 1988  Bürgermeisterin unseres Heimatortes.
Von 1965 - 1974 hatte Sie die Einheitsgemeinde,  bestehend aus Schweina und Bad Liebenstein,  zu verwalten. ( Diese wurde 1950 ins Leben gerufen und hatte schon einmal kurz 1923 bestanden. )  

Irmgard Schäfer trug  im größten Herzheilbad der ehemaligen DDR somit 23 Jahre die Verantwortung im Bürgermeisteramt.  In Ihrer Amtszeit wurden unter anderem die Anbauten am Therapiegebäude  (Sauna, Schwimmhalle etc. ) und die Stadthalle ( Kreiskulturhaus)  errichtet. 
Mit Ihrem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters wurde Sie für Ihre langjährigen Verdienste für die Belange der Stadt 1988 zur Ehrenbürgerin ernannt. 

Max Heinze

Heinze war ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Er wurde auf der schlesischen Seite des Riesengebirges in Geiersdorf/ Podgórzyn/ geboren.
Vermutlich war Max Heinze während des Zweiten Weltkrieges in Moskau Mitglied oder Unterstützer des Nationalkomitees Freies Deutschland.
Im Zusammenhang mit Aktionen des Widerstandes soll Max Heinze 1944 mit dem Fallschirm über dem Riesengebirge abgesetzt worden sein. Da er als gebürtiger Riesengebirgler Ortskenntnis besaß, sollte er eine Widerstandsgruppe gegen die Nazis aufbauen helfen. Ob eine Verbindung zum Kreisauaer Kreis http://de.wikipedia.org/wiki/Kreisauer_Kreis hergestellt werden sollte bleibt offen.
Nach dem Krieg war er Vorsitzender der AWG, wo er in der Clara-Zetkin-Str. 7 auch seine Wohnung hatte. Er leitete unter anderen auch das Sanatorium Haus Thüringen 
http://heimatfreundebali.jimdo.com/heimatgeschichte/villen/haus-th%C3%BCringen/  .
Informationen mündlich von Robert Neugebauer