Sauerbrunnen

Die Sage, die die Entdeckung des Sauerbrunnens beschreibt, finden Sie hier: http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p5a76e30f3a29f789/

Quelle neben dem Brunnentempel, die 1845 entdeckt wurde -  Archiv Walter Hartmann
Quelle neben dem Brunnentempel, die 1845 entdeckt wurde - Archiv Walter Hartmann

Weitere „Surbornsquellen“, die zum Teil auch andere Zusammensetzung hatten, gab es in unmittelbarer Nachbarschaft der Ursprungsquelle. Beispielsweise eine direkt im Keller des Hauses Nr. 46 (das Ende des 19. JH dem Knechtschen Haus weichen musste) und im ersten Drittel des 20.JH unmittelbar neben dem Brunnentempel in einer tief gelegenen Brunnen-Zapfstelle.  Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten Bohrungen und weitere ergiebigere „Wasseradern“ konnten angezapft werden, die dann als artesischer Brunnen den Bade-und Kurort mit dem Heilmittel versorgt hatten und haben.



Das Wahrzeichen unseres Bades und der Ort der Ursprungsquelle - der Brunnentempel, der natürlich auch im ehemaligen Wappen der Stadt Bad Liebenstein (vor der Fusion 01.01.2013) enthalten war !

Archiv Silvana Faccin
Archiv Silvana Faccin
Ansichtskarte ungelaufen
Ansichtskarte ungelaufen

Durch das Chemische Laboratorium Fresenius Wiesbaden 1930 vorgenommene Analysen:
Aus : Dr. C. Knecht - Bad Liebenstein

Beschreibung der Trinkkur (nach Dr.C.Knecht)

Beschreibung der Badekur (nach Dr. C.Knecht)

Archiv Jürgen Roth
Archiv Jürgen Roth

Spektakuläre Ansicht vom Brunnentempel ( der zu dieser Zeit choloriert war ), des Theaters (rechts) und des Badehauses (links).
Links neben dem Brunnentempel sehen wir eine Walze, wie sie die Tennisspieler und die Volleyballer zum Glätten des Ziegelmehles bis in die 1980er im Einsatz hatten  und die offensichtlich zum Walzen  des Platzes um den Brunnentempel genutzt worden war !

Andreas Libavius -  Universalgelehrter und Verfasser der Liebensteiner Brunnenschrift von 1610, das in der Sprache der Bibelübersetzung ( M. Luther ) in Frühneuhochdeutsch http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChneuhochdeutsch geschrieben wurde ( und das  2014 durch Ida Henkel ins Hochdeutsche übertragen worden ist ) !

Nachgestelltes Labor von Libavius im Museum in Rothenburg

Das erste Lehrbuch der Chemie von Andreas Libavius Frankfurt 1597
Das erste Lehrbuch der Chemie von Andreas Libavius Frankfurt 1597

Zuweilen ist es nicht nur von Vorteil, die Erstausgabe eines wichtigen Werkes zu besitzen: Während die zweite und letzte Ausgabe von 1606 mit dem leicht abgeänderten Titel Alchymia reich illustriert ist, präsentiert sich die extrem seltene Alchemia von 1597 als ein nüchternes Textbuch ohne Abbildungen.
In der eigentlichen Übergangszeit von der mittelalterlichen Alchimie zur wissenschaftlichen Chemie schuf Andreas Libavius (1555-1616) mit seiner Alchemia das erste Lehrbuch der Chemie im modernen Sinn. Sein Verdienst liegt darin, dass er das gesamte bisher bekannte chemische Wissen systematisch zusammentrug. Die Quellen, die er hauptsächlich auswertete, können in drei Stränge aufgeteilt werden: Erstens die seit Urzeiten aus Empirie entstandene Rezeptliteratur (Verfahren der praktischen Chemie), zweitens die aus dem griechischen Rationalismus erwachsene „theoretische Chemie“ und drittens die alchemistische Literatur im engeren Sinn (Umwandlung der Metalle). Letztere behandelte er nicht wie viele seiner Vorgänger als Geheimwissenschaft, denn als Pädagoge und Humanist glaubte er an die Vermittelbarkeit des chemischen Wissens.

 

              Überblick zu Untersuchungen  des Liebensteiner Sauerbrunnens 

1601  Dr.Heinrich Megenbach, Physicus zu Meiningen
1610  Dr. Libavius Coburg - Tractatus Medicus Physicus und Historia des

          Casimiranischen Sawerbrunnen   http://de.wikipedia.org/wiki/Libavius
1688  Dr. Medicus Fuchs, Schmalkalden
1718  Dr. Waldmann, Hess.-Kasselscher Leibmedicus -
              "Kurzer Bericht von dem Liebensteiner Sauerbrunnen"
1722  L. Winter, Physikus Suhl
1723  landgräflich-hessischer Leibarzt Dr. Huth
1727  Hofmedicus Dr. Storch aus Eisenach " Historische und  praktische

          Observationes von dem Liebensteiner Sauerbrunnen ",   Meiningen 1727
1791  Dr. Jahn aus Meiningen " Gutachten: " Kein Wiesbaden, Schwalbach und

          Ems war der Kultur so viel wert als Liebenstein "
1800  Dr. Julius Heinrich Gottlieb Schlegel Brunnenarzt in Liebenstein
          http://www.heimatfreundebali.de/heilbad/ärzte/dr-schlegel/

1809  Prof. Göttling - Jena, Gutachten über die Heilquelle 
          http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_G%C3%B6ttling

1813  Chemiker Dr. Trommsdorf http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Bartholom%C3%
                                A4us_Trommsdorff  
,

1818  Staats-, Post-, und Zeitungslexikon Sachsen
1827  Prof. Hoffmann - Halle, Erfinder der Hoffmann- Tropfen " Iudicum de

          Acidulis Liebensteinsensbus in Commitatu Hennebergense "
         (Vergleich mit der Pyrmonter Quelle, diese  u.Sauerbrunnen  sind

          "Schwestern") http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Hoffmann
1827  Dr. Schlegel  Geheimer Hofrath, Hofmedicus
          Buch, das auch die Liebensteiner Heilquellen und Heilerfolge enthielt
          http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p401195ca537aa08c/
1828  Dr. Hufeland Berlin ( "Bibliothek der Heilkunde" )
          http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Wilhelm_Hufeland

1830  Ferdinand Jahn, Liebenstein -  Bruder von http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Jahn_
                                                                              (Pomologe)

1832  Wachenröder - Jena, "Chem. Untersuchung der Mineralquelle zu

          Liebenstein"
1846  Prof. Cotta, Freiberg, Untersuchung der neuen Quelle

                http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_von_Cotta
1852  Prof. Liebig, Begründer der organischen Chemie - München,

          Quellenanalyse    http://de.wikipedia.org/wiki/Justus_von_Liebig
1852 - 58, 1866, 1870, Dr. Döbner - Meiningen
           http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/pdad4a02a83fdc1ec/

1857   F.Küchenmeister, chemische Untersuchung http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_K%C3%BCchenmeister
1858   G.Seifert - " Deutsche Klinik"
1859   Privatdozent H. Reichardt- Jena - Kasimir-Quelle
1870   L.Hegewald 
1902   Georgs-Quelle und Charlotten-Sprudel Dr.Beyer Wetzlar
1927   Prof. Kionka, Jena, Gutachten über den neuerbohrten Kochsalzsprudel
           gleichwertig dem Rakocy-Brunnen in Bad Kissingen;

           undatiert Badeärzte Dr. Knecht  http://heimatfreunde

           bali.jimdo.com /heilbad/ärzte/dr-knecht/  und Prof. Dr. Seige  

           http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p97d7fdd031b01303/
1954   Die Mineralquellen des Liebensteiner Bades, Zeitschrift Geologie  

Foto von der Täufe des erbohrten Brunnens 1927. Im Hintergrund das alte Brunnenhaus, an das links das Badehaus angebaut war.

Verschalter Bohrturm, gelegen zwischen Friseur Hermann und Hotel Kampf -Archiv Lothar Abendroth
Verschalter Bohrturm, gelegen zwischen Friseur Hermann und Hotel Kampf -Archiv Lothar Abendroth
Sammlung - L.Abendroth
Sammlung - L.Abendroth

Brunnenausgabe in der Wandelhalle, jeder Kurgast hatte sein Trinkglas, das er jeden Tag nutzen konnte und auch jederzeit ausgehändigt bekam:
Im Bild ist links Frau Jung in der Brunnenausgabe zu erkennen. Kenner der Szene berichten, dass Frau Jung in all den Jahren in dieser Position ihren Herzensmann unter den männlichen Kurgästen erobern wollte - leider aber vergeblich.

Bis in die 1970er Jahre wurde der Sauerbrunnen in Flaschen abgefüllt zum Versand gebracht.
Auf dem Etikett war u.a. zu lesen:
Rein natürliches Mineralwasser aus dem Herzoglichen Bad Liebenstein bei Eisenach.
Gebrauchsanweisung:
Eine Kur mit Liebensteiner Heilquelle wird am besten wie folgt durchgeführt -
Frühmorgens zum Kaffeetrinken zwischen 1-2 Gläser, zwischen 11-12 Uhr weitere 1-2 Gläser, abends zwischen 5-6 Uhr nochmals 1-2 Gläser.
Man vermeide saure Speisen und Obst. Schwächliche Personen trinken den Brunnen etwa bei normaler Zimmertemperatur.
Eine Kur muß ca. 4 Wochen durchgeführt werden !   

rechts die Stadtbücherei, heute Asia-Express, links Wohnhaus Helga Walther - Archiv W.Malek
rechts die Stadtbücherei, heute Asia-Express, links Wohnhaus Helga Walther - Archiv W.Malek

Den Brunnenauschank hatte Frau Scharßig stets unter Kontrolle !

Bis in die 60er Jahre konnte an dieser Stelle in der Theaterstrasse ( heute Asia-Express)
Sauerbrunnen kostenlos erworben werden.
Die Brunnenabgabe für die Einwohner fand zuvor in einer Ecknische des 1884 geschaffenen Badehauses statt und wurde an dieser Stelle vermutlich bis 1937 praktiziert..
Im Hintergrund Nebengelass und Wohnhaus von Helga Walther (+) und ihrem Sohn Gunnar.

Oft wurden die Kinder mit Milchkannen geschickt, um den "Souirborn" auf diese Weise nach Hause zu bringen. 

Leiterin der Stadtbibliothek Frau Marta Döhrer - Sammlung Mario Döhrer
Leiterin der Stadtbibliothek Frau Marta Döhrer - Sammlung Mario Döhrer
Brunnenausgabe am ehemaligen Badehaus - Aufnahme 1928 - Archiv W.Malek, Geschenk Jürgen Roth - beachtenswert ist der Zustand des Hauses Erika rechts
Brunnenausgabe am ehemaligen Badehaus - Aufnahme 1928 - Archiv W.Malek, Geschenk Jürgen Roth - beachtenswert ist der Zustand des Hauses Erika rechts
Archiv - W.Malek
Archiv - W.Malek

Zapfstelle Sauerbrunnen, heute Standort Asia-Express Theaterstraße, im Prinzip die Position der heutigen Gartenplätze ( Foto oben und unten )

Archiv - W.Malek
Archiv - W.Malek

Da unser Sauerbrunnen u.a. auch Arsen enthält ( im Trinkbrunnen auf Grund der EU-Richtlinie für Nahrungsmittel seit ca. 2005 durch ein Salz substituiert - im Badewasser aber enthalten) im folgenden dazu kurz  eine Beschreibung:

Arsen in Arzneimitteln 

Die Verwendung arsenhaltiger Mineralien als Heilmittel ist bereits in der Antike durch Hippokrates und Plinius bezeugt. Sie wurden als Fiebermittel, als Stärkungsmittel und zur Therapie von Migräne, Rheumatismus, Malaria, Tuberkulose und Diabetes eingesetzt. Im 18. Jahrhundert wurde eine Mischung aus Kaliumarsenit und Lavendelwasser als Fowler'sche Lösung bekannt, die lange als medizinisches Wundermittel galt und als Fiebersenker, Heilwasser und sogar als Aphrodisiakum Anwendung fand. Kaliumarsenit war als Bestandteil der Fowler'schen Lösung bis in die 1960er Jahre in Deutschland als Mittel zur Behandlung der Psoriasis im Einsatz[16].

Einen Aufschwung erlebten arsenhaltige Arzneimittel am Anfang des 20. Jahrhunderts. Harold Wolferstan, Thomas und Anton Breinl konnten 1905 beobachten, dass das arsenhaltige Präparat AtoxylTrypanosomen, zu denen die Erreger der Schlafkrankheit gehören, abtötet. 1920 wurde eine Weiterentwicklung, das Tryparsamid, im tropischen Afrika in der Zeit von 1922 bis 1970 zur Therapie der Schlafkrankheit eingesetzt. Es war der Eckpfeiler in der Eingrenzung dieser Epidemie in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, konnte jedoch zur Erblindung führen. Das in den 1950er Jahren entwickelte Melarsoprol war über mehrere Jahrzehnte das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der Schlafkrankheit und wird heute noch eingesetzt, da keine effektiven Nachfolgepräparate zur Verfügung stehen.

Ebenfalls angeregt durch die Trypanosomen-toxische Wirkung von Atoxyl entwickelte Paul Ehrlich das arsenhaltige Arsphenamin (Salvarsan®). Das 1910 in die Therapie der Syphilis eingeführte Mittel stellte das erste auf theoretischen Vorüberlegungen beruhende, systematisch entwickelte, spezifisch wirkende Chemotherapeutikum dar und war Vorbild für die Entwicklung der bis heute verwendeten Sulfonamide. Es wurde lange Zeit auch bei der Behandlung vonDysenterie eingesetzt[16].

Im Jahr 2000 wurde ein arsenikhaltiges Präparat unter dem Namen Trisenox in den USA zur Behandlung der promyelozytären Leukämie (APL) zugelassen. Seit 2002 besteht für Trisenox auch in Europa eine Zulassung zur Behandlung der APL, (Vertrieb in EU und USA: Cephalon). Seine Wirksamkeit bei der Krebstherapie wird auch auf die antiangioneogenetische Wirkung zurückgeführt.

Die verschiedenen Arsensulfide sind Bestandteil von Arzneimitteln der Chinesischen Medizin. Arsenicum album spielt in der Homöopathie eine wichtige Rolle, es ist eines der sogenannten Polychreste (häufig verordnete Arzneimittel).

Pietzsch, Kurt:

Festschrift Kurt Pietzsch zu seinem 70. Geburtstage. [Jahrgang 3, Heft 6/7 der Zeitschrift Geologie]

[nach diesem Titel suchen]

Berlin, Akademie-Verlag, 1954/55., 1954

Anbieter Taunus-Antiquariat Karl-Heinz Eisenbach, (Niedernhausen, Deutschland)
Anzahl: 1

3 Bll, Seite 679-1035. Zahlreiche Abb., Karten, etc. Aus dem Inhalt der geologischen Fachpublikation: Lebensgang und Lebenswerk von Kurt Pietzsch. Die erzgebirgischen Granitintrusionen. Die kristalline Scholle von Widenfels. Bemerkungen zur Frage der Wolframitvererzung auf dem Neudorfer Gangzug. Die Metabasitkörper des südwestlichen Sächsischen Granulitgebirges. Betrachtungen über das Auftreten von Erdöl und Erdgas im Zechstein des Thüringer Beckens. Beiträge zur Geologie des erzgebirgischen Steinkohlenbeckens. Braunkohle und Paläobotanik, Die Grundwasserführung der Gesteine Thüringens. Die Mineralquellen, des Bades Liebenstein. Ergebnis einiger Tiefbohrungen im Nordosten von Leipzig. Vermessung der Krustenbewegung an den Rändern des Elbtalgrabens. Weitere Beiträge. Sprache: Deutsch [Geologie, Erdgeschichte, Mineralogie, Erzgebirge, Granit, Neudorf, Wolfram, Hydrologie, Hydrogeologie, Gesteinskunde, Bodenschätze, Thüringen] Gr.-8°,18 x 24 cm, Leinen, guter Zustand. Erstauflage.. Artikel-Nr.: 11107.

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