Badebetrieb

Eine weitere Neuerung in der Verwaltungs
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Besitz: Helmut Hartmann, Reproduktion: Volker Henning
Besitz: Helmut Hartmann, Reproduktion: Volker Henning

Naturzeichnung (oben) von H.Williard erschien im Verlag von Gustav Täubert in Dresden.
Der Brunnen vor dem Tempel ist vermutlich ein Zugangsbrunnen zum Erdfallwasser, der reines Gebirgswasser enthalten hatte. 

Die Vorlage zur Zeichnung auf einem Porzellanteller (unten) wurde aus der Gegenperspektive erstellt.

Porzellan-Teller ( in den 1980er im Besitz von Gerda Obmann ) - Repro W. Malek
Porzellan-Teller ( in den 1980er im Besitz von Gerda Obmann ) - Repro W. Malek

Die Badedirektion zu Liebenstein Anfang 19. JH

Nachdem im Jahre 1800 Herzog Georg I. das Gericht Liebenstein von der Familie von Fischern erworben hatte, begann die Landesherrschaft sogleich mit dem Ausbau des dortigen Badebetriebes. Die Leitung des Bade- und Kurbetriebes wurde schon 1801 einer Badedirektion übertragen, der die Stellung einer Immediatkommission eingeräumt wurde. Die Leitung übernahm der Kammerrat Karl von Bibra, dem der Hofmedikus Dr. Jahn und der Ökonomieverwalter des Residenzschlosses, Andreas Werner, beigeordnet wurden. Nach dem Tod Dr. Jahns gehörte seit 1815 der Salzunger Physikus Dr. Heim der Badedirektion als Brunnenarzt an. Bald nach dem Regierungsantritt Bernhards II. zog sich Bibra ganz von der Leitung der Liebensteiner Badedirektion zurück und überließ sie dem 1822 zum Kommissionsrat ernannten konomieverwalter Werner. Er blieb bis zu seinem Tod 1841 Badedirektor in Liebenstein.

Die Rechnungsführung der Badekasse oblag zunächst dem Liebensteiner Steuerverwalter Karl Friedrich Fehringer, dem 1818 der Rechnungsrevisor Ernst Friedrich Karl Müller folgte.  Mitglieder waren:

Karl Friedrich von Bibra 1801 - 1823  (*1763, + 1832)

Dr. Friedrich Nikolaus Jahn 1801 - 1813

Dr. Johann Ludwig Heim 1815 - 1833

Andreas Werner 1811 - 1841

H. Schwerdt beschreibt den Badebetrieb 1854:
" Die Quellen werden durch unterirdische Röhren in einen Schacht geleitet und aus diesem vermittelst einer Pumpe in ein gußeisernes Reservoir geschöpft, das mit einem Deckel verschlossen ist. Aus diesem Reservoir führen metallene Röhren das Wasser - das nicht erhitzt werden darf, da es sonst seinen Gehalt an kohlensaurem Gas verlieren würde - in die bequemen und sauberen Badewannen, die, zum Teil in den Fußboden eingesenkt, aus Holz oder inländischem Marmor , bestehen und 6 bis 8 Butten Wasser fassen. Die Erwärmung der Bäder erfolgt durch Beimischung heißen Süßwassers bis zur beabsichtigten Temperatur ( gewöhnlich 25 - 27 C )  in der zu benutzenden Badewanne.
Dieses Wasser, das ähnliche Bestandteile, wie der Eisensäuerling, nur in schwächeren Graden enthält, wird aus der Quelle des Erdfalls durch eine Röhrenleitung in die kupfernen Siedepfannen des Badehauses geführt und strömt aus einem Messinghahn gleichfalls in die Badewanne, so daß man nach dem beihängenden Thermometer jedes einzelne Bad nach Bedürfnis erwärmt.
Gewöhnlich wird ein Dritttheil heißes Quellwasser  mit  zwei Dritttheilen kalten Mineralwassers vermischt, je nach der beabsichtigten Temperatur. "
 

Badedirektor  Herr Major Gelderr ließ  für das Archiv der Badedirektion von Friederike von Stein-Schlotheim im November 1869 einen Bericht zusammenstellen.
Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Bestand Schlossarchiv Barchfeld, Akten 289, 292, 296.


1884 entstand mit großem Kostenaufwand ein neues Badehaus.
Jede der Badezellen konnte beheizt werden und das Mineralwasser wurde nach der Schwarz'schen Methode erwärmt, so dass die Kohlensäure im Bad erhalten blieb.

Archiv W.Malek
Archiv W.Malek

Bad Liebenstein Brunnenhaus und Theater -  Stereoskopie   http://de.wikipedia.org/wiki/Stereoskopie   von Julius Härtig Erfurt
siehe auch http://www.stereoviewheaven.com/035/germany351.htm                                                                                                        Archiv Jürgen Roth

Badehaus links und Theater mit Theatercafe rechts vom Brunnentempel - Archiv W.Malek
Badehaus links und Theater mit Theatercafe rechts vom Brunnentempel - Archiv W.Malek
Entnommen der Karte von Thüringen Hofbuchdruckerei H.Kahle Eisenach - Erstes Jahrzehnt 20.JH
Entnommen der Karte von Thüringen Hofbuchdruckerei H.Kahle Eisenach - Erstes Jahrzehnt 20.JH
Archiv - W.Malek
Archiv - W.Malek

1884 entstand ein Badehausneubau, der bis 1937 seinen Zweck erfüllen sollte.
Dieses Gebäude war schon mit dem Theater verbunden.
1937 wurde das alte Badehaus abgerissen und der Neubau direkt mit dem Theater 
" in der Architektur des Dritten Reiches "verschmolzen ".

Informationen, die eine Landkarte Anfang des 20.JH enthalten hatte,

die im Besitz von Theo Reum (Meimers) ist !

Archiv -Fritz Eberhard Reich
Archiv -Fritz Eberhard Reich

Kurkarte von 1941

Kurkarte von 1965 - Archiv - W.Malek
Kurkarte von 1965 - Archiv - W.Malek

                                                       Neues Kur-und Badehaus von 2009.