Ehemaliger Vorsitzender Werner Müller wird 90 Jahre - Rückblick auf sein Leben

Ursula und Werner Müller an der Blutbuche
Ursula und Werner Müller an der Blutbuche

Werner Müller wurde am 16.12.1929 bei einem Meter Schnee und 17 Grad Kälte in eine Bauernfamilie hineingeboren, die auf eine 350-jährige Familien-tradition zurückblicken konnte.
Von 1936 bis 1944 besuchte Werner die Volksschule und begann am 01.04.1944 im Forstamt Kaltennordheim eine Försterlehre.
Am 30.05.1945 kam es zu einem tragischen Unfall – Werner wurde durch ein belgisches Militärfahrzeug in den Straßengraben geschleudert und stürzte auf eine Mine. Im Krankenhaus in Kaltennordheim wurden ihm beide Hände amputiert. Durch die äußerst aufopferungsvolle Pflege  seiner Mutter blieb Werner am Leben.
Ab Juni 1945 bis Mai 1946 erfolgte in der Charité Berlin eine Behandlung bei Prof. Sauerbruch https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Sauerbruch .
Da es keinen Gips für die Prothesenanpassung gab, brachte die Mutter auf einer dreitägigen Bahnfahrt 5 kg Gips  nach Berlin – unterwegs wurden ihr 1 kg geklaut, man dachte wohl, es wäre Mehl in den Tüten gewesen.
Ab 01.09.1946  wurde Werner stundenweise im Forstamt als Bürohilfe beschäftigt. Zuvor gab es täglich 4-6 Stunden Schreibübungen. Die Schrift war am Anfang kaum leserlich – sie wurde aber immer besser.
Ab 1952 wurde Werner Müller als Lohnrechner im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb in Bad Salzungen eingesetzt.
Im November 1953 sah Werner im Salzunger Kino zwei Reihen vor ihm eine schöne Frau mit langen Schillerlocken sitzen. Er hatte nur noch Augen für dieses Mädchen – vom Film hatte er so gut wie nichts mitbekommen. Nach Filmende war sie plötzlich verschwunden. Zwei Tage später begegneten sie sich zufälligerweise beim Mittagessen im Kreisamt. Es kam dort zu einer ersten Verabredung, die Werner mit gemischten Gefühlen war nahm. Aber zwischen Werner und Ursula war es Liebe auf den ersten Blick und ab sofort waren beide täglich zusammen.
Erwähnenswert war ein Betriebsfest auf dem Grundhof - Werner bekam  anlässlich seines Geburtstages einen „Zigarettenkaktus“ geschenkt.
Seine Ursula sollte mit ihrer Freundin nachkommen. Der Weg zum Grundhof bei Nacht war beschwerlich – die Freundinnen sahen ein Licht und liefen darauf zu. Das war jedoch nicht der Grundhof, sondern die Besamungsstation. Beide Frauen kamen schließlich doch noch rechtzeitig zur Betriebsfeier auf den Grundhof und zu Werner.

Zu Weihnachten 1953 ging es erstmals zu den Schwiegereltern nach Kaltensundheim.  Trotz Werners großem Bammel gab es eine herzliche Aufnahme. Weitere Besuche zu Fasching und Kirmes folgten, u.a. mit Kurt und Erika auf der Bühne und mit dem Katastrophenmacher Pfefferminzlikör. Der allgemeine Tenor war – die Usch kann der niemals bändigen. Höchstens zwei Jahre haben wir bekommen – daraus wurden 65.
Im Februar 1954 war Verlobung, am 17.07.1954 wurde geheiratet und die erste gemeinsame Wohnung fanden sie im Oktober 1955 in der Oberförsterei Bad Liebensteins.
Sohn Klaus wurde am 28.11.1955 geboren, zu diesem Anlass gab es einen kräftigen Umtrunk mit der Schwiegermutter und eine dicke Zigarre dazu. Sohn Bernd  folgte am 09.08.1959. Beide Söhne hatten eine sorgenfreie Kindheit in der Försterei mit viel Platz zum Spielen in der großen Parkanlage.
Werner machte zwischen 1973 – 1974 in Abendschulungen im Kaltwalzwerk Basa den Abschluss zum Industriekaufmann und zwischen 1975 – 1979 ein Fernstudium zum Ingenieur-Ökonom der Forstwirtschaft. Ab dieser Zeit agierte Werner als Oberbuchhalter, BGL-Vorsitzender und Arbeitsökonom bis zum 31.03.1988 im Staatl. Forstwirtschaftsbetrieb Bad Salzungen. 1983 war er zum Oberförster befördert worden.
Von 1985 bis 1987 hat er zusammen mit Sohn Bernd und Schwiegertochter Petra am Hölzchen ein Haus gebaut, in das er kurz vor Rentenbeginn am 01.04.1988 einziehen konnte.
Ein großes Hobby von Werner war das Skat-Spielen – davon allein mit Günter Kruspe über 40 Jahre. Anfangs in der Gaststätte „Else“, später in der Liebensteiner Bahnhofskneipe und danach in der Marktschänke in Schweina. Letzte Station war der Burgblick mit Herbert Kley +, Gerhard Hase+, Erich  Schmidt+ und Egon Schatz+.
Ehrenamtlich tätig war Werner ab 1986 bei den Natur- und Heimatfreunden im Kulturbund, im neu gegründeten eigenständigen Verein ab 1991 stellver-tretender Vorsitzender und von 1995 bis 2010 Vorsitzender des Vereins. Ab 1999 konnte unter Werners Regie alle zwei Jahre das Burgfest gefeiert werden.
In seiner Zeit wurden 1998 die Zugangstreppen zur Burg erneuert, 2001 Strom und Wasser zur Burg gelegt und das Anstrahlen der Burg realisiert , das Ida Denkmal 2004 wieder errichtet und die Treppen zum Felsentheater erneuert.
Für seine Verdienste erhielt Werner Müller 2008 den Vulpius-Preis der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in Greiz, 2004 den Denkmalpreis des Wartburgkreises und 2009 die „Ehrenamtscard“.
Gäste im Umfeld der Burg können sich auf der Werner-Müller-Bank im "Hohlen-Stein " ausruhen und seine ihm gewidmete Blutbuche neben dem Ida-Denkmal bewundern.
Viele hier auf der Webseite gezeigten Fotos und Informationen stammen aus den Sammlungen von Werner Müller.

Eröffnung des Burgfestes im Jahre 2003
Eröffnung des Burgfestes im Jahre 2003