Vorgestellt werden: Charlotte von Stein, Friedrich Mosengeil, Jean Paul, Königin von England, Fürst Pückler-Muskau, August von Kotzebue, und Ludwig Richter, Fritz Reuter, Gerhart Hauptmann, Graf von Arco, Albert Schweitzer, Walter Ulbricht und Erich Wustmann

Charlotte von Stein

Im Jahre 1803 besuchte
Charlotte Albertine Ernestine von Stein
( * 1742 Eisenach, + 1827 Weimar )
auf Einladung von Herzogin Eleonore
Liebenstein.

Durch Ihre Beziehung zu Goethe ging
sie in die Literaturgeschichte ein.

Auch mit Johann Gottfried von Herder und
Friedrich von Schiller war sie eng befreundet.



Charlotte von Stein -  Brief an Ihre Mutter

Friedrich Mosengeil

Friedrich Mosengeil ( * 1773 Schönau/Hörsel, + 1839 Meiningen )   
war ein deutscher Stenograf, der als einer der Erfinder der Stenografie gilt.

Er heiratete im Jahre 1800 im Fischernschen Schloss (jetzt Kaiserhof) in Liebenstein:
Seine Beschreibungen des Kurortes bebildern das Bad in den genüsslichsten Farben.
Das können sie in gescannter Version bei ebook lesen:
"Das Bad Liebenstein und seine Umgebungen"
http://books.google.de/ebooks/reader?id=dNs8AAAAcAAJ&hl=de&printsec=frontcover&output=reader
( Bitte dazu das Fenster "Meine ebooks" anklicken ! Dann erscheinen mehr als 20 Titel, darunter auch Liebenstein und seine Umgebungen !) 

 

Johann Ernst Wagner

Ab 1805 hielt sich Ernst Wagner (*1769,
+ 1812) wegen seines seit 1802 bestehenden Rückenmarkleidens mehrmals zur Kur in Bad Liebenstein auf.

Ernst Wagner verbrachte Kindheit und Jugend in Roßdorf und dem nahen Fambach. Hier verfasste er 1784 und 1785 seine ersten Gedichte. 1788 lernte er in Fambach Friedrich Mosengeil kennen, mit dem dann eine lebenslange Freundschaft bestand. Einer seiner Söhne war der  bekannte Landschaftsmaler Carl Wagner (1796–1867).
Sein älterer Vetter war der Berliner Arzt und Ehrenbürger Ernst Ludwig Heim.

1801 machte Wagner in Meiningen die Bekanntschaft mit Jean Paul, der von 1801 bis 1803 in der Residenzstadt lebte. Bei Jean Paul holte er sich Anregungen und Kritiken für seine bisher recht erfolglosen Versuche als Dichter und Schriftsteller. Beide blieben dann bis zum Wagners Ableben in engen Kontakt. 1802 berief Herzog Georg I von Sachsen-Meiningen Ernst Wagner als Kabinettssekretär nach Meiningen.

Jean Paul

Jean Paul ( * 1763, + 1825) weilte mehrmals in unserem Ort. Er war auch Mitglied der Badegesellschaft, die Anfang des 19.JH gegründet worden war.
In seinem bedeutenden Werk " Dr.Katzenbergers Badereise "  ist Bad Maulbronn eigentlich Bad Liebenstein.  (siehe auch  http://www.jean-paul-2013.de/  und  http://www.jean-paul-2013.de/downloads/JP_Programm%202013_komp.pdf  )  
Er lebte zur selben Zeit wie Goethe und Schiller und war damals genau so bekannt wie die beiden. Heute ist er für viele ein „Nobody“ - aber der Mann hat Langzeitwirkung! ‚Angsthase‘, ‚Weltschmerz‘, 'Schmutzfink' – all diese Worte hat nämlich er erfunden.

Gänsefüßchen

Schmutzfink

Angsthase

Luftschiffer

Pisssteuerzahler

Schlafrock

Wetterfrosch

Weltschmerz

Fürstinnenschwarm

Sechsflaschenmann

siehe auch http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/frankenschau-aktuell/jubilaeum-jean-paul-bayreuth-100.html und http://www.br.de/franken/inhalt/frankenkult-ur/jean-paul-kochen-essen-100.html und http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/frankenschau-aktuell/rollwenzelei-bayreuth-jean-paul-100.html
Anstelle Biografie kreierte er: Selberlebensbeschreibung  http://de.wikipedia.org/wiki/Selberlebensbeschreibung

Inhalt Dr. KatzenBergers Badereise von J
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Königin von England

Im Jahre 1834 führte die Königin von England, Adelheid http://de.wikipedia.org/wiki/Adel heid_von_Sachsen-Meiningen_(1792%E2%80%931849)
eine sechswöchige Wasserkur in Bad Liebenstein durch.  
Für ihren Besuch wurde extra aus Pferdestallungen ein vortreffliches Gebäude errichtet.
Es entstand somit das spätere  " Hotel Victoria "  http://heimatfreundebali.jimdo.com/hei matgeschichte/villen/villa-victoria/ ( nach Adelheids Nichte Victoria benannt), das den Liebensteinern  als "Langer Bau " bekannt ist. 
Nochmals besuchte die Königinwitwe Adelheid 1844 das Liebensteiner Bad, um sich einer Erholungskur zu unterziehen.


PS: Adelheid war mit König Wilhelm IV. verheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe verstarben alle frühzeitig.  Wilhelm der IV. hatte aus einer früheren Beziehung 10 Kinder, davon stammt der jetzige Premier Großbritaniens, David Cameron, ab.  

Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau

Während eines Kuraufenthaltes 1845 in Liebenstein besuchte Fürst Pückler-Muskau http://de.wikipedia.org/wiki/Herm ann_von_P%C3%BCckler-Muskau auch den Landschaftsgarten Altenstein. Die „wundervolle Lage, üppige Grasflächen, goldgrün-gelockte Hügel, uralte Baumgruppen, jäh abstürzende Felsen mit Terrassengärten“ und anderes noch begeisterten ihn sehr. Er fertigte Entwürfe, die insbesondere von seinem Schüler Eduard Petzold umgesetzt wurden.

August von Kotzebue

August von Kotzebue (* 3.Mai 1761 in Weimar; † 23.März 1819 in Mannheim) war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller.
1817 kamen während Kotzebues Kurgebrauch in Liebenstein seine Werke im Schauspielhaus zur Aufführung.
Zwei Jahre später wurde Kotzebue im Beisein seines 4-jährigen Sohnes in Mannheim ermordet.
( Siehe unteres Bild !)
Unter anderem mit diesem Mord wurden die im September 1819 vom Bundestag in Frankfurt in Gesetzesrang erhobenen Karlsbader Beschlüsse begründet.

Ludwig Richter

1866 weilte Ludwig Richter auf Einladung des Erbprinzen Georg II in Bad Liebenstein.
Der Maler, Zeichner und Holzschnittilustrator sollte für seine neu geschaffene Villa Feodora Fresken entwerfen.
Eine ganze Zeit verbrachte er im Hause des Erbprinzen und sein Tagebuch führt dazu aus:
" Der Aufenthalt in Liebenstein beim Prinzen war mir überaus angenehm, und auch interessant, und die edle und natürliche Lebensweise dieses Herrn und seiner schönen jungen Frau "Feodora" haben mich begeistert, obwohl es für mich, da ich etwas bequem und auch zugleich scheu bin, immerhin einige Anstrengung mit sich brachte."
Richter hatte sein letztes Ölgemälde sechs Jahre zuvor gemalt und das Augenleiden, das ihn immer weiter belasten sollte, machte ihm schon schlimm zu schaffen !

Lüftelbilder an Villa Feodora - Vorlagen dazu von Ludwig Richter
Lüftelbilder an Villa Feodora - Vorlagen dazu von Ludwig Richter

Fritz Reuter

Fritz Reuter
( * 1810 Stavenhagen, + 1874 Eisenach)
war im Jahre 1862 als Kurgast in Behandlung bei Dr. Adolf Martiny.  Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Schriftsteller der niederdeutschen Sprache.

Überliefert ist, dass er in der  " Villa Biedermann " (heutiges Haus Hubertus , Am Aschenberg)  http://www44.jimdo.com/app/s06790cd
3cc8612fc/pebb357535e5bad11/

jeden Morgen in der dortigen Apothekenfiliale einen Haustrunk zu sich genommen hatte. An seine Gattin schrieb er: "....... mit mir gehts soweit recht gut, ich muß des Morgens schon vor 7 Uhr im Wasser rauschen und des Nachmittags um 4 Uhr mit dem Teil des menschlichen Körpers, der in der Jugend durch birkene Umschläge abgehärtet ist, im kalten Wasser sitzen, zu welcher feierlichen Aktion ich mir dann eine Pfeife anzünde und dann ausseh'  wie ein Riesenfrosch, der Tabak raucht ....

Hochadel in Bad Liebenstein

Auszüge aus den Gästelisten des Kurbades vor dem ersten Weltkrieg sprechen für sich:
Ihre Kaiserliche Hoheit Frau Grossfürstin Georges von Russland nebst Prinzessinnen Nina und Xenia,  Seine Hoheit der Erbprinz Bernhard von Sachsen-Meiningen, Ihre Kgl. Hoheit Prinzessin Therese von Bayern, die Kgl. Hoheiten Prinzen Christopher und Andreas von Griechenland, Seine Kgl. Hoheit Prinz Adalbert von Preußen, Seine Kgl. Hoheit der Grossherzog von Hessen, Ihre Durchlaucht Frau Lamoral von Thurn und Taxis, Ihre Durchlaucht Frau Fürstin Natalie Gagarin, Seine Durchlaucht Prinz Friedrich von Thurn und Taxis, Comtesse Henry de Suarez d'Aulan,Paris; Frau Gräfin Elisabeth Kinsky, Signore Commendatore Guiseppe Cadenazzi, Vicomte und Vicomtesse Hubert de Thoisy  um nur einige zu nennen.
Generaldirektor Müller-Frese unterhielt seine anspruchsvollen Gäste nach dem Motto:
Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. Deshalb gab es täglich mehrmals Konzerte der Kurkapelle  ( siehe Download ) !
In vielen Sanatorien wurden mehrere Sprachen gesprochen,
Ferdinand Hopf, Coiffeur (neben der Post) warb:
 English spoken - On parle francais - Se hala espaniol

Konzertprogramm aus der Badewoche Mai 1914
Konzertprogramm.jpg
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" Näher mein Gott zu Dir " war der Titel, der als erster im Konzertprogramm der Badewochenausgabe von 1914 angegeben war !

Gerhart Hauptmann

Archiv W.Malek
Archiv W.Malek

Der Nobelpreisträger Gerhart Johann Robert Hauptmann  (* 1862, + 1946)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhart_Hauptmann während des Aufenthaltes 1925 im Kaiserhof. Anlass war die augenärztliche Behandlung seiner Frau Marie Thienemann durch Dr. Graf Wiser.

Mit am Tisch der Besitzer des Bades und Augenarzt mit Weltruf Dr. Graf Wiser.

Archiv W.Malek
Archiv W.Malek

So zünftig erwanderte sich der Literaturnobelpreisträger unsere wunderschöne Umgebung !
Links vermutlich Hauptmanns Biograf Hans von Hülsen oder der Liebensteiner Theaterdirektor Skuhra, rechts seine Frau Marie Thienemann.

Gerhart Hauptmann Des Dichters Enkelin I
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Graf von Arco

Archiv Volker Henning
Archiv Volker Henning

Albert Schweitzer

1932 besuchte der spätere Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer
( * 1875 Kaysersberg, + 1965 Lambarene )
 als Kurgast Bad Liebenstein.
Das ehemalige " Hotel Charlotte"  http://www44.jimdo.com/app/s 06790 cd3cc8612fc/pcd 75fb9c4b74f27d/  trug lange Zeit den Namen  "Sanatorium Albert Schweitzer ". Er wohnte zur Kur aber nicht im "Hotel Charlotte, das später nach ihm benannt wurde.

Walter und Lotte Ulbricht


Viele Aufenthalte im Regierungssanatorium " Heinrich-Mann " http://www44.jimdo.com/app/s06790cd3cc8612fc/p0e45db00535cd32e/  hatten der Vorsitzende des Staatsrates Walter Ulbricht ( * 1893 Leipzig, + 1973 Groß Dölln) und seine Frau Lotte in den 50er und 60er Jahren.

Ein  wichtiges Dokument der deutsch-deutschen Teilung:
Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz kurz vor dem 13. August 1961

Die in den Steinbacher Wäldern verborgenen Waffendepots aus dem Zweiten Weltkrieg führten 1968 in Steinbach und Umgebung zu einer Großaktion der DDR-Sicherheitsbehörden mit Razzien und Verhaftungen sowie wochenlangen Verhören fast aller Einwohner. Dabei wurde angeblich eine Verschwörung gegen Walter Ulbricht aufgedeckt, mehrere Einwohner Steinbachs wurden in Schauprozessen zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Steinbach - das Dorf der Attentäter

Sendung vom Freitag, 12.2.2010 | 10.05 Uhr | SWR2

Eine Stasi-Aktion, ihre Opfer und die Nachgeborenen
Von Immo Sennewald

In einer Großaktion mit Verhaftungen, wochenlangen Verhören fast aller Einwohner und unter riesigem Personaleinsatz an Hauptamtlichen und Spitzeln zerschlug die Stasi 1968 eine vermeintliche Verschwörung gegen Walter Ulbricht in Steinbach, einem Dorf im Thüringer Wald. Nach Jahren in Untersuchungshaft wurden zum Teil lebenslange Haftstrafen gegen die "Attentäter" verhängt, die sich eigentlich nur unerlaubten Waffenbesitz, Wilderei und ein paar drastischer Töne gegen Partei und Staat hatten zuschulden kommen lassen. Der Fall kam erst nach dem Ende der DDR an die Öffentlichkeit; er war exemplarisch für die Willkür von Behörden und Justiz im SED-Staat und er hinterließ tiefe Gräben zwischen den Einheimischen. Die Verantwortlichen wurden nie belangt. 40 Jahre danach sind noch zwei der Verurteilten am Leben. Gemeinsam mit ihren Familien sind sie in der angestammten Heimat geblieben, gestützt auf Traditionen, stolz auf den Nachwuchs. Das historische Ortsbild von Steinbach trotzt den Spuren von DDR-Verfall und Wirtschaftskrise, es ist unverwechselbar wie manche alten Bräuche und der Wille der einst Verfolgten, ihrer Kinder und Enkel zur Selbstbehauptung.

Erich Wustmann

Erich Wustmann   http://de.wikipedia.org/wiki/Erich _Wustmann   weilte in den 1960er Jahren zur Herzkur in Bad Liebenstein. Seine Exkursionen und Vortragsreisen sowie seine Bücher, die in Ost und West verlegt wurden, brachten dem Völkerkundler und Reiseschriftsteller hohe Anerkennung (Gesamtauflage seiner Bücher: 2.260.000 ).
In Bad Liebenstein machte er der leitenden Laborantin Inge Pollack ein unglaubliches Angebot, das zu DDR-Zeiten ja noch viel unglaublicher wirken musste - ein Jahr lang Expeditionen zu verschiedenen Indianerstämmen in Südamerika gemeinsam mit ihm zu unternehmen.
Als Voraussetzung sollte Frau Pollack    http://www44.jimdo.com/app/s06790cd 3cc8612fc/p4837fcff79f1ce48?cmsEdit=1       Paddeln, Reiten und Schwimmen können und natürlich das Reisen in ferne Ländern mögen.

 

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