Dr. Maximilian Graf Wiser

Während seiner Bad Liebensteiner Zeit besaß Dr. Graf von Wiser zusammen mit Gräfin Rüdiger folgende Gebäude, die er mit der Übernahme des Bades und darüber hinaus erworben hatte. ( Graf Wiser brachte seine Arbeitskraft ein, Gräfin Rüdiger hatte alles finanziert.)
- Kaiserhof / Kurhaus (Umbau 1913/14), Villa Georg, Villa Meyer, Palais Weimar,
- 1913 Villa Kuhts, Hotel Charlotte,
- 1915 Villa Edelweiß, Pädagogium, Villa Schmidt und Villa Albrecht (spätere Pension 
            Olga),

- 1917 Meininger Hof
- 1920  Augenheilanstalt Charlotte (mehrere Finanziers)
Damit waren bis Mitte der 1920er Jahre diese für Liebenstein bedeutenden Immobilien für medizinische Zwecke in Nutzung und in der Substanz zum Teil bedeutend verbessert worden.

Maximilian Friedrich Joseph Graf von Wiser  
(* 1861 in Mainz, + 1938 in Bad Eilsen) war
herzoglich sachsen-meining. Kammerherr,
Geheimer Medizinalrat und ein berühmter deutscher Augenarzt.

Im Herbst 1912 übernahm er zusammen mit der kapitalkräftigen  Gräfin Rüdiger das Bad und all seine Anlagen und firmierte es als " Gräfliches Bad Liebenstein" .  Graf Wiser ließ von 1916  bis 1920 mit herzoglicher und anderer Unterstützung die  " Landesaugenheilanstalt Herzogin Charlotte"   http://www.heimatfreundebali.de/heilbad/sanatorien/augenheilanstalt-charlotte/  errichten.  Mit seinen Augenkompressen  ( Zitronenmelisse )  und als Wegbereiter der Bates-Lehre erreichte er Weltruhm.
1916 spendete er zum Neubau des Pädagogiums in der Rohstraße 10000 Mark .
Anläßlich seines 65.Geburtstages 1926 wurde er zum Bad Liebensteiner Ehrenbürger ernannt.
Nach dem Tod des letzten regierenden Herzogs Bernhard III. 1928 ging er nach Bad Eilsen.
Sein Nachfolger wurde Dr.  Werner Koch  http://www.heimatfreundebali.de/heilbad/%C3%A4rzte/dr-koch/  , der  zunächst Assistent und Oberarzt bei Dr.Graf Wiser war.
Koch erlangte neben seiner augenärztlichen Heilkunst  einige Berühmtheit als Kenner und Begutachter der hohen Kunst der Zauberei. 

Wappen der Grafen von Wiser

Sammlung Gerda Obmann - Archiv W.Malek
Sammlung Gerda Obmann - Archiv W.Malek

Die Tatsache, dass sich Jahrzehnte hindurch Kurgäste aus aller Welt in Bad Eilsen aufhielten, war nicht nur auf das besondere Flair des Heilbades, seine richtungsweisenden Kurmittelanlagen oder die herrliche Umgebung zurückzuführen.

Zwei Männer hatten ebenfalls entscheidenden Anteil daran, dass sich Vertreter des Hochadels, der Politik, der Wirtschaft und der Filmbranche hier ein Stelldichein gaben: Die beiden Augenärzte Graf Maximilian von Wiser und Dr. Friedrich von Tippelskirch, die ihre prominenten, zumeist an starker Kurzsichtigkeit leidenden Patienten mit großem Erfolg behandelten.

Die spezielle Heilmethode von Graf Wiser, der im Jahre 1927 über Bad Liebenstein nach Bad Eilsen gekommen war, beruhte auf der Erkenntnis, dass Kurzsichtigkeit um so größer wird, je stärkere Brillengläser benutzt werden. Zunächst allein und später mit seinem Assistenzarzt Dr. von Tippelskirch entwickelte Graf Wiser eine besondere Moorpackung, deren Rezeptur bis heute unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit gehütet wird. Bis 1937 praktizierten beide Ärzte im 1929 erbauten Badehotel.

Danach eröffneten sie ihre Klinik im "Waldhof" an der Harrlallee. Wie bedeutend ihr Ruf war - Graf Wiser starb im Jahre 1938 und Dr. von Tippelskirch führte das Unternehmen bis 1966 - sei an dieser Stelle nur an Hand einiger Namen verdeut- licht: Gerhardt Hauptmann, Hermann Hesse, Prinz Oskar von Preußen und Lil Dagover ließen regelmäßig in Bad Eilsen Moorpackungen auf ihre kranken Augen legen.

Altenheim Bad Eilsen, die Seniorenresidenz Minden mit Betreutem Wohnen von Bückeburg über Rinteln bis zum Pflegeheim Stadthagen im Altersruhesitz Neithard von Stein Bad Eilsen.

Fünf Jahre nach dem 2. Weltkrieg baute Dr. von Tippelskirch schließlich das Haus an der Parkstraße 1-3, das von einem malerischen, etwa einem Hektar großen Grundstück umgeben ist und in dem noch bis 1990 kurzsichtige Menschen behandelt wurden.

Das Erbe der beiden namhaften Ärzte verwaltete übrigens Schwester Gertrud, die bereits unter Dr. von Tippelskirch arbeitete, in aller Stille. "Denn hauptsächlich", unterstrich Neithard von Stein, ein gelernter Buchhändler, der das Haus durch die Bekanntschaft mit Frau von Tippelskirch vor einigen Jahren als Pächter übernahm, "ist diese Einrichtung ein Altersruhesitz."

Dass es ebenfalls prominente Bewohner gab beziehungsweise gibt, zeigt ein Blick in das Gästebuch: Bis 1976 verbrachten hier auch Baron Hilmar von Münchhausen und Ruth Diederichs ihren Lebensabend. Dank eines ausführlichen Artikels in einer großen deutschen Funk- und Fernsehzeitschrift sowie eines Berichts im "Gesundheitsmagazin Praxis" des ZDF nahm die Zahl der kurzsichtigen Patienten allerdings immer mehr zu.

Neben den älteren Menschen, die schon vor 40 und mehr Jahren auf die spezielle Moorpackung vertrauten, kamen Augenkranke aus der ganzen Bundesrepublik und sogar aus dem benachbarten Ausland nach Bad Eilsen, um sich im Haus Tippelskirch behandeln zu lassen. Erstaunlicherweise nahmen auch viele Kinder und Jugendliche - für ärztliche Betreuung zeichnete Frau Dr. Lack aus Obernkirchen verantwortlich - die Moorpackungen zwei oder drei Wochen in Anspruch. "Es hat sich eben doch herumgesprochen", bekräftigte Neithard von Stein, "dass man mit dieser Heilmethode bei Kurzsichtigkeit nicht früh genug beginnen sollte."

Wie groß der Erfolg war, bewies ein Gespräch mit einer 85jährigen Patientin aus München, die bereits vor fünf Jahr- zehnten in der Klinik von Dr. Tippelskirch einmal jährlich ein und aus ging. "Wenn ich diese Augenkur nicht regelmäßig gemacht hätte", betonte sie, "wäre ich heute sicherlich schon völlig erblindet."

Altenheim Bad Eilsen, die Seniorenresidenz Minden mit Betreutem Wohnen von Bückeburg über Rinteln bis zum Pflegeheim Stadthagen im Altersruhesitz Neithard von Stein Bad Eilsen.

Augenklinik Dr. v. Tippelskirch Bad Eilsen

Aus den "Schaumburger Nachrichten" 175 Jahre Heilbad Eilsen

Dr. Friedrich von Tippelskirch betrieb seit 1938 zusammen und dann als Nachfolger seines Vetters, des Medizinrats Dr. Maximilian Graf von Wiser, in Bad Eilsen eine Augenklinik, deren Anfänge nach Thüringen zurück gingen und hier in Bad Eilsen fortgeführt wurden. Zunächst im Fürstenhof, dann im Waldhof und schließlich - Graf Wiser war schon lange tot - auf unserem Grundstück.

Es gab hier eine homöopathische Augenbehandlung gegen die Kurz- und Doppelsichtigkeit. Die Behandlungsweise fand großen Anklang und war sehr erfolgreich. Durch diese Ärzte kamen viele berühmte und bekannte Personen in die Augenklinik, sowohl nach Thüringen, wie dann auch nach Bad Eilsen. Um nur wenige aus der alten Patientenkartei zu nennen: Gerhard Hauptmann, Hermann Hesse (der ein Gedicht aus Dankbarkeit auf den Grafen Wiser geschrieben hat), Prinz Oskar von Preußen, Lil Dagover und viele weitere.

Nach seinem 80. Geburtstag im Jahre 1966 hat Herr von Tippelskirch seine Klinik in eine Altenpension umgewandelt und sie an seinen Optiker für 10 Jahre verpachtet. Die Schwiegertochter des inzwischen verstorbenen alten Augenarztes hat den Betrieb nach Ablauf dieses Pachtvertrages an uns verpachtet. Am 1. Oktober 2001 feierten wir den 25. Jahrestag unserer Betriebsübernahme. (Zu dieser Feier wird weiteres berichtet unter "Aktuelles".) Das damalige Haus Tippelskirch wurde seinerzeit von uns gepachtet und 9 Jahre später gekauft.

Was geschah jedoch vor unserer Zeit in diesem Hause und was fanden wir vor?

Es gab damals lediglich das sogenannte "Doktorhaus" (so genannt, weil Dr. von Tippelskirch eine Zeitlang nach dem Kriege dort wohnte) und das Haupthaus mit zusammen 14 Zimmern oder Appartements für alte Damen und Herren.

Aufgrund der vielen Nachfragen wurden auch noch bei uns Behandlungen mit Moorschlammpackungen, Lupenlesen u.a. gegen die Myopie zusammen mit der Ärztin Frau Dr. Lack durchgeführt. Auch zu unseren Anfangzeiten kamen Patienten von weit her, aus Frankreich und sogar aus San Francisco. Die Familie Tippelskirch hatte in der Engelgeneration kein Interesse mehr an dem Betrieb, so kam es zum Verkauf des ganzen Grundstücks an uns.

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Bad Eilsen / Bad Liebenstein

Ein Graf, zwei Bäder – und dasselbe Schicksal

Bad Eilsen. Dass der Augenarzt Maximilian Graf Wiser eine der wichtigsten Figuren in der jüngeren Geschichte von Bad Eilsen ist, hat der Chef des Heimat- und Kulturvereins, Friedrich Winkelhake, in seinen Publikationen betont. Zwischen 1928 und 1940 hat Wiser durch sein Wirken dem Kurort sogar zur Weltgeltung verholfen. Es gibt noch einen weiteren deutschen Ort, der Ähnliches von sich behauptet – und den hat eine Delegation aus Bad Eilsen jetzt besucht.

Ihr gehörten neben Winkelhake Bürgermeisterin Christel Bergmann, Günther Bergmann, Dieter und Roswitha Gutzeit sowie Elfriede Stuckert an. Das Reiseziel war Bad Liebenstein im Thüringer Wald unweit des Rennsteigs. Der Ort zählt zu den ältesten deutschen Heilbädern. Seine Quellen tragen zur Linderung und Heilung von Herz-, Kreislauf-, Gefäß- und Gelenkerkrankungen bei. Graf Wiser gründete hier 1913 eine Augenheilanstalt.

Beeindruckt von Bad Liebenstein und begeistert von der Betreuung kehrte die Eilser Delegation zurück. Winkelhake spricht von einem unvergesslichen Erlebnis, zu dem die Bürgermeisterin des gastgebenden Kurortes, Elke Engelmann, und ihr „Vize“ Horst Weinberg beitrugen.

Einquartiert waren die Gäste im „Kaiserhof“. Dieses stattliche Gebäude und frühere Kurhaus hatte Graf Wiser 1913 erneuern lassen. Besichtigt wurde auch die „Villa Georg“, wo der Augenarzt private Patienten behandelte und einen Garten für Sehübungen eingerichtet hatte.

Weinberg begleitete den Besuch zur Wandelhalle, die 1914 vom Grafen Wiser erbaut worden war, zum Musiktempel und zur langsam verfallenden Augenheilanstalt Herzogin Charlotte, in der Wiser während des Ersten Weltkrieges Verletzte behandelte. Der weitere Weg führte zur Pension „Olga“, die dem Grafen gehörte, sowie zum „Palais Weimar“, der Praxis des Arztes. Dort beeindruckten die Kuppelhalle, ein architektonisches Kleinod, und die liebevoll ausgesuchte Einrichtung, die zur Zeit passte.

Welcher Wertschätzung sich Wiser in Bad Liebenstein erfreute, beweist, dass er 1926 zum 65. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft erhielt. Sein Wirken hatte vorher unter dem Schirm des Herzogs von Sachsen-Meiningen gestanden, dessen Herrschaft nach dem verlorenen Weltkrieg ihr Ende nahm.

Winkelhake: „Wir wollten auch diese Adelsspuren aufspüren, die zum Lebensweg des Grafen gehören. Deshalb gab es eine Führung durch den Garten von Schloss Altenstein, zur Burgruine Stein, zur Ritterkapelle, zum historischen Gerichtsplatz, zur Teufelsbrücke und zum Grabmal des letzten regierenden herzoglichen Paares. Es gibt auch Hinweise, dass der Augenarzt durch Vermittlung des Herzogs nach Bad Eilsen fand.“

Bürgermeisterin Engelmann führte ihre Gäste noch durch das neue Kurmittelhaus. Bei den Gesprächen stellte sich heraus, dass beide Bäder mit den gleichen Problemen der Gesundheitsreformen zu kämpfen haben. Bergmann, sprach dabei auch von ihrem Traum eines Kneippschen Tretbrunnens, der in Bad Eilsen fehlt.

Um Bad Liebenstein voranzubringen, wurde 2006 ein „Bürgerverein“ gegründet, der inzwischen die Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt bildet und mit einem Förderverein viele kleine, aber dennoch bedeutende Projekte anschiebt.

Nach diesen ersten Kontakten steht so gut wie fest, dass es weitere Begegnungen zwischen Bad Eilsen und Bad Liebenstein geben wird. Winkelhake regt sogar eine Bäder-Partnerschaft an. Die Parallelen seien so groß, dass man sich eine dauerhafte Verbindung vorstellen könne. sig